“Der Klimawandel geht an die Substanz”
Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz erläutert, wieso sich sein Unternehmen in der Klimastiftung Schweiz engagiert und was bei der Debatte über die Strompreise falsch läuft. (br)
Herr Vincenz, warum engagiert sich Raiffeisen als Gründungsmitglied bei der so genannten Klimastiftung Schweiz?
Pierin Vincenz: Das Thema Nachhaltigkeit ist für uns sehr wichtig und dazu gehört auch die Frage des Klimas. Als Dienstleistungsunternehmen können wir allerdings keinen massgeblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten, indem wir die Produktionsprozesse optimieren. Deshalb waren wir der Meinung, dass die Klimastiftung zu Raiffeisen passen würde.
Was ist die Idee der Klimastiftung?
Die finanziellen Rückflüsse aus der CO2-Abgabe, welche viele Unternehmen erhalten, sollen vollständig zur Verbesserung der Energieeffizienz und zum Klimaschutz bei Schweizer KMU eingesetzt werden. Raiffeisen hat ja einen vergleichsweise tiefen Energieverbrauch bei hoher Lohnsumme, und deshalb bekommen wir einiges an Geld zurück.
Anders gesagt: Sie werden beschenkt, legen aber gar keinen Wert darauf.
Wir sind tatsächlich überrascht worden. Als die gesetzlichen Grundlagen erarbeitet wurden, haben wir nicht erwartet, selber zum Profiteur einer solchen Regelung zu werden. Das soll nicht heissen, dass das Klimakonzept der Schweiz falsch wäre. Es ist sinnvoll, neue Technologien im Bereich der Energieeffizienz zu unterstützen und in diesem Bereich Know-how aufzubauen. Das ist für die gesamte Schweizer Wirtschaft interessant, weil so neue Geschäftsfelder entstehen und zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden können.
Wie bedrohlich finden Sie persönlich den Klimawandel?
Es wird viel darüber diskutiert, wie dramatisch die Lage wirklich ist. Doch unabhängig davon, wie schnell und wie intensiv der Klimawandel auf uns zukommt: Es ist ein Thema, das der Menschheit an die Substanz geht. Der mögliche Schaden für die Welt ist so gross, dass wir zum Handeln gezwungen sind.
Kann man dabei ganz auf neue Technologien setzen, oder muss jeder Einzelne sein Verhalten ändern?
Technologie ist ein Mittel, doch zweifellos müssen wir alle unseren Umgang mit Energie überdenken. Es ist Kopfsache, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen und das eigene Verhalten zu ändern. Jeder von uns, ich nehme mich da nicht aus, braucht dazu immer wieder einen Anstoss.
Haben Sie persönlich Ihr Verhalten in den letzten Jahren angepasst?
Ich bin sensibilisiert für dieses Thema, aber im Alltag weit weg von Vollkommenheit.
Mein Verhalten im Bezug aufs Autofahren zum Beispiel kann man nicht als vorbildlich bezeichnen.
Welchen Beitrag kann Raiffeisen leisten?
Jedes Unternehmen hat seine spezifische Ausrichtung. Wir können zum Beispiel im Gebäudesektor einiges tun, denn wir investieren da pro Jahr etwa 100 Mio. Franken. Bei grösseren Gebäuden und wo es möglich ist setzen wir konsequent auf Minergie-Standard. Wärmerückgewinnung und Regenwassernutzung sind für uns ebenfalls wichtige Themen. Zur Nachhaltigkeit trägt auch unser dichtes Netz in den Regionen mit 1150 Bankstellen bei. Jede dritte Bankstelle in der Schweiz gehört zu Raiffeisen. Dadurch reduzieren sich Reisezeiten von Kunden und Mitarbeitern.
Raiffeisen betont diese lokale Verankerung als Grundlage nachhaltigen, ressourcenschonenden Wirtschaftens. Ist das ein Plädoyer gegen die Globalisierung?
Nein. Es gibt immer eine lokale und eine globale Dimension. Beim Geschäftsmodell von Raiffeisen ist die regionale Verankerung zentral. Wir möchten präsent sein in den Regionen und zum Leben der Menschen dazugehören. Aber wenn es um die Refinanzierung oder den Risikoaustausch geht, sind wir auf den internationalen Finanzmärkten tätig. Beim Klimaschutz ist das nicht anders: Jeder Einzelne von uns muss lokal handeln, doch wenn es um Forschung und Entwicklung geht, braucht es die globale Sicht. Das Klima ist ja keine lokale Erscheinung.
Sehen Sie es als Ihre Aufgabe an, auch Ihre Kunden für Fragen der Nachhaltigkeit zu sensibilisieren? Sind Angebote wie die Minergie-Hypothek unter diesem Blickwinkel zu sehen?
Ja. Bei der Beratung der Kunden versuchen wir, das Thema Nachhaltigkeit anzusprechen. Dabei kann es um den Abschluss einer Minergie-Hypothek gehen oder um Anlagen in Nachhaltigkeitsfonds. Die Banken sollten hier in Zukunft noch mehr tun.
Die Strompreise und die Stromversorgung haben in letzter Zeit Schlagzeilen gemacht. Hat Sie das überrascht?
Das habe ich so nicht erwartet. Ich dachte, mit der Vorbereitung der kommenden Liberalisierungsschritte beim Strom sei der Weg für die nächsten Jahre geebnet. Ich finde, dass die aktuelle Diskussion über die Strompreise in weiten Teilen falsch geführt wird.
Inwiefern falsch?
Es wird so getan, als seien Preiserhöhungen ausschliesslich eine Folge der Liberalisierung. Es ist zwar möglich, dass die Energieunternehmen angesichts der Marktöffnung überaus vorsichtig kalkulieren und planen. Trotzdem hängt die Entwicklung der Strompreise stark mit der allgemeinen Wirtschaftslage zusammen. Wir kommen aus einer Phase mit hohem Wachstum und ständig steigenden Rohstoffpreisen. Ich glaube nicht, dass die gesetzlichen Grundlagen für die Marktöffnung in die falsche Richtung führen. Es wäre aber hilfreich, wenn die Strombranche jetzt klare Zeichen setzt und aufzeigt, worin der Nutzen der Liberalisierung besteht.
Als Bank ist Raiffeisen auf eine sichere Stromversorgung angewiesen. Bereiten Ihnen mögliche Engpässe Sorgen?
Mit Blick auf die Wachstumsmärkte in der Welt ist es klar, dass die Energienachfrage weiter steigen wird. Deshalb dürfen wir uns keiner Form der Energieproduktion verschliessen. Es ist wichtig, in erneuerbare Energien zu investieren. Kurzfristig jedoch werden wir auf die nicht erneuerbaren Energien ebenfalls angewiesen sein, und dazu gehört die Atomkraft. Ich hoffe nur, dass die Diskussion um die Strompreise nicht kontraproduktiv sein wird für die Entscheidungen über Investitionen in Produktionsanlagen. Wenn wir unser Stromangebot mittelfristig nicht erhöhen, werden die Preise viel dramatischer steigen, als wir das jetzt erleben. (pcr)
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27. September 2009 um 08:49
Japan bekämpft Klimawandel mit neuen AKW der Zukunft!
28. September 2009 um 00:10
Sag mal TINA, wieso setzt Du Dich so sehr für AKWs ein?
1. Uranabbau verstösst gegen Menschenrechte:
70% der Abbaufelder sind auf Böden von indigenen Völkern und der Abbau wird auch hauptsächlich durch sie ohne Schutzkleidung gemacht.
2. Die Uranentsorgung ist nicht geklärt!
3. Die AKW Sicherheit ist nicht gewährleistet.
4. Uran ist keine erneuerbare Energie.
5. Der Uranabbau ist nicht CO2 frei und deshalb kann auch AKWs nicht als CO2 frei bezeichnet werden!
6. Die Gesellschaft unterstützt AKWs nicht: ST.Gallen, Basel und Zürich sind schon ausgestiegen.
Jetzt müssen wir nur noch 2012 gesamtschweizerisch aussteigen.
28. September 2009 um 10:52
1. Uran kann problemlos indigen und sauber abgebaut werden.
2. Das spaltbare Uran kann in Leichtwasserreaktoren entsorgt werden, für U 235 brauchen
wir Schnelle Brüter.
3. Die Sicherheit von Kernkraftwerken wird überacht.
4. Dank Schnellen Brütern gelten Uran und Thorium als praktisch unerschöpfliche Energie–
quelle für die nächsten Jahrhunderte.
5. Uran macht 1 % der Stromkosten aus. Mit wenigen Rappen pro 1000 Kilowattstunden
kann nun einmal kaum CO2 produziert werden!
6. Es sind nur einige Politiker und Querulanten, welche auf die Kernenergie verzichten wollen.
7. Daher müssen wir gesamtschweizerisch aus rotgrün aussteigen, wie gestern die
Deutschen!!!!!
8. Subventionen für Alternativenergien und Randgruppenverhätschelung sind zu streichen!
16. März 2010 um 05:29
Es ist den Medien über die Jahrzehnte gelungen, Begriffe wie “Atom”, “Radioaktivität” und “Kernenergie” negativ zu besetzen, während gleichzeitig “Alternativenergien” und “Integration” zu Allheilmitteln hochstilisiert worden sind, die nicht hinterfragt oder gar kritisiert werden dürfen.
Aufklärung und offene Diskussion sind nötig!
Brecht die Tabus der Linken!
Unter den Sandalen steckt der Schmutz von 30 Jahren!
16. März 2010 um 15:21
Wir dürfen uns von den Linken nichts aufzwingen lassen, vielmehr müssen wir uns verteidigen.