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Die Bahn braucht mehr Geleise

21. April 2009 - Wissen, Gesellschaft

SBBZu Stoss­zei­ten herrscht in vie­len Schwei­zer Bahn­hö­fen ein Gedränge, das an die U-Bahn in Tokyo erin­nert. Um die stei­gen­den Pas­sa­gier­vo­lu­men zu bewäl­ti­gen, brau­chen die SBB mehr Kapazität.

Immer mehr Leute set­zen auf den öffent­li­chen Ver­kehr. Das ist erfreu­lich, doch es bringt auch Pro­bleme. Auf den S-Bahnlinien in den Agglo­me­ra­tio­nen und den Intercity-Linien müs­sen viele Pend­ler ihren Arbeits­weg ste­hend unter die Räder neh­men. Das trägt lang­fris­tig nicht zum guten Ruf des öffent­li­chen Ver­kehrs bei. 2007 hat sich die Lage ver­schärft: Die Zahl der Rei­sen­den auf den SBB Stre­cken nahm um 7,6 Pro­zent auf 307 Mil­lio­nen Rei­sende zu. Im Jahr 2000 hatte die Trans­port­leis­tung noch ledig­lich 222 Mil­lio­nen Per­so­nen betra­gen. Pro Kilo­me­ter Schiene legen die SBB heute täg­lich 90 Zug­ki­lo­me­ter zurück. In Deutsch­land beträgt die­ser Wert nur die Hälfte. Preis­an­reize wie die 9-Uhr-Tageskarte ver­mö­gen das Pro­blem für die SBB nicht zu lösen. Die Idee eines Pendler-Zuschlags, eines Auf­preis auf viel befah­re­nen Stre­cken zu Stoss­zei­ten, löste hef­tige Kri­tik aus.

Noch besit­zen die SBB nicht aus­ge­schöpfte Kapa­zi­täts­re­ser­ven in gewis­sen Bahn­hö­fen und auf ein­zel­nen Linien. So könn­ten mit Dop­pel­stock­zü­gen rund 40 Pro­zent mehr Pas­sa­giere beför­dert wer­den. Doch lang­fris­tig hilft nur eins: Das Ver­le­gen neuer Schie­nen. Die SBB schrei­ben im Jah­res­be­richt 2007: «Ab 2015 muss ein nächs­ter gros­ser Infra­struk­tur­aus­bau­schritt mög­lich sein». Der Bund will bis 2030 mit dem Pro­gramm Bahn­in­fra­struk­tur ZEB (der zwei­ten Etappe der «Bahn 2000») fünf Mil­li­ar­den Fran­ken inves­tie­ren. Die SBB rech­nen dage­gen mit einem Inves­ti­ti­ons­be­darf von 20 Mil­li­ar­den für die­sen Zeit­raum. Auch den Kan­to­nen und dem VCS geht der Vor­stoss des Bun­des viel zu wenig weit, weil ange­sichts der Kli­ma­er­wär­mung sowie der Unsi­cher­hei­ten in der Erd­öl­för­de­rung eine starke Ver­la­ge­rung von der Strasse auf die Schiene erwar­tet wird. Ins­be­son­dere im S-Bahn-Verkehr besteht Hand­lungs­be­darf. Der VCS hat am 21. März 2009 die «Initia­tive für den öffent­li­chen Ver­kehr» lan­ciert. Die von 25 Ver­bän­den und Par­teien unter­stützte Initia­tive for­dert, die Ver­wen­dung der zweck­ge­bun­de­nen Mine­ral­öl­steuer neu zu regeln sowie die För­de­rung des öffent­li­chen Ver­kehrs in der Bun­des­ver­fas­sung zu ver­an­kern. (scc)

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10 Kommentare


  1. Michi schrieb:

    Mehr ÖV bedeu­tet mehr Strom­ver­brauch und ver­langt so nach neuen KKW!

    Baut end­lich 3 neue KKW!

  2. Meroni schrieb:

    Elek­tro­hei­zun­gen statt immer mehr ÖV!

    Spart die fos­si­len Brenn­stoffe für den Strassenverkehr!

  3. Freiheit Lebensfreude und Marktwirtschaft schrieb:

    Lasst uns in Frei­heit auto­fah­ren und töffeln!

  4. TINA schrieb:

    Ich fah­ren mit mei­nen Toyo­tas soviel herum, wie ich will!
    Die Poli­ti­ker machen auch was sie wol­len!
    Immer nur Vor­schrif­ten und immer weni­ger Lohn!

  5. PET- Flasche schrieb:

    PET– Sam­mel­stel­len nicht ver­ges­sen.
    Ach ja, auch die Bahn braucht Strom. Bes­ser Atom­kraft als wie­der­ver­wert­bare Wert­stoffe verbrennen!

  6. Europäer schrieb:

    Die Kern­en­er­gie ist unver­zicht­bar und hat ein sehr gros­ses Entwicklungspotential!

  7. Anders rum schrieb:

    Bei den paar Dau­er­schrei­bern, mit ihren immer ver­schie­de­nen Nicks aber immer gleich­ge­ar­te­ten geist­lo­sen Paro­len, ist wohl kein Ent­wick­lungs­po­ten­zial vor­han­den! Inso­fern wären die ver­zicht­bar.
    Ordung würde wohl nur ein­keh­ren, wenn die Mode­ra­to­ren jeg­li­che Doppel-Id löschen, wie es in gesit­te­ten Foren üblich ist.

  8. Richtig rum schrieb:

    Man lässt auch den Lin­ken ihre Mei­nung, obwohl diese Stän­ke­rei nur stört. Etwas kon­struk­ti­ves ist von die­sen Leu­ten wirk­lich nicht zu erwarten!

  9. Anders rum schrieb:

    In die­sem Sinne gehö­ren die “Rich­tig rums” ganz sicher zu den Linken!

  10. Richtig rum schrieb:

    Linke, Melo­nen­grüne, Grün­li­be­rale und anders-rum-gewickelte Grüne wol­len PET– Fla­schen ver­stro­men, um die von ihnen so gehass­ten Kern­kraft­werke zu kon­kur­ren­zie­ren. Dane­ben wird von Dünn­pfiff– Solar­zel­len und Dicki­so­la­tion– Miner­gie­häu­sern fabu­liert.
    Ist ein­fach müh­sam, wenn die auch noch Ener­gie– Dis­kus­sio­nen mit doo­fem Gela­ber stören.

    Aber wir dür­fen ihnen wegen der Mei­nungs­frei­heit das Wort nicht ver­bie­ten. Sonst kön­nen sie behaup­ten, die böse “Atom­lobby” behin­dere sie bei der Aus­übung ihrer Rechte…


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