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Sportwagen mit Power aus der Steckdose

5. April 2009 - Wissen, Gesellschaft

tesla_roadster_140x140Ein Elek­tro­mo­bil so schnell wie ein Super­sport­wa­gen? Der Tesla Roads­ter spur­tet in vier Sekun­den auf Tempo 100.

Nach dem Dre­hen des Zünd­schlüs­sels deu­tet ein­zig ein kur­zer Pieps­ton an, dass es los­ge­hen kann. Völ­lig laut­los glei­tet der fla­che Zwei­sit­zer über den Park­platz.
Dem beherz­ten Tritt aufs Pedal folgt ungläu­bi­ges Stau­nen: Der Tesla Roads­ter geht ab wie eine Rakete. Der volle Schub setzt unver­mit­telt, ohne die geringste Ver­zö­ge­rung ein. Das kann auch ein Por­sche Turbo nicht besser.

Und die offi­zi­el­len Leis­tungs­da­ten sind beein­dru­ckend: Von 0 auf 100 km/h in vier Sekun­den, Spitze 200 km/h. Und doch fehlt ein­ge­fleisch­ten Sportwagen-Puristen etwas: Statt ker­ni­gem Moto­ren­sound sind nur leise Roll– und Wind­ge­räu­sche zu hören. Doch Abhilfe naht: Tuner Bra­bus bie­tet ein Sound­pa­ket an, das per Knopf­druck ver­schie­dene Moto­ren­ge­räu­sche aus dem Tesla zaubert.

Der ame­ri­ka­ni­sche Super­sport­ler fährt mit einer Bat­te­rie­l­adung bis zu 350 Kilo­me­ter weit. In Kur­ven baut er enorme Quer­be­schleu­ni­gung auf und liegt brett­hart auf der Strasse. Kunst­stück, schliess­lich stammt nicht nur das Fahr­werk son­dern das gesamte Chas­sis von Lotus.
Für die Fir­men­grün­der ist die erste Rech­nung schon auf­ge­gan­gen. Die Erst­auf­lage des Road­s­ters ist aus­ver­kauft. Nicht nur Hol­ly­wood­star George Cloo­ney und Kalifornien-Gouverneur Arnold Schwar­ze­negger gehö­ren zu den glück­li­chen Erst­be­sit­zern, auch einige euro­päi­sche und Schwei­zer Kun­den erhal­ten die­ser Tage ihren Elektro-Flitzer.

Das Tesla-Hauptquartier im kali­for­ni­schen San Car­los gleicht einer typi­schen Software-Schmiede. Kaum grös­ser als ein klei­ner Gara­gen­be­trieb, aber nichts riecht nach Ben­zin, kei­ner hat ölver­schmierte Hände, es herrscht mehr krea­ti­ves Chaos denn peni­ble Labor­at­mo­sphäre. In der angren­zen­den Halle wird der rund 30 Kilo leichte, 185 kW starke Elek­tro­mo­tor und das Ein-Gang-Getriebe in die Roads­ter ein­ge­baut. Dann kommt – direkt vor die Hin­ter­achse – das rund 400 Kilo schwere Bat­te­rie­pa­ket ins Fahr­zeug: 6831 Lithium-Ionen-Zellen, wie man sie aus Lap­tops kennt, sind in Serie ver­baut. Ganz zum Schluss folgt die Steu­er­ein­heit für das Laden und die Ener­gie­zu­fuhr zum Antrieb. Die Bela­dung erfolgt über eine nor­male Haus­halt­steck­dose und dau­ert maxi­mal drei­ein­halb Stun­den. Mit einem Schnell­la­de­ge­rät geht’s noch schnel­ler: In nur 30 Minu­ten sind dann die Bat­te­rien zu 80 Pro­zent voll.

Für einen Zwei­sit­zer ist der Preis von gut 150 000 Fran­ken kein Schnäpp­chen. Für Tesla aber ist der Roads­ter nur ein Zwi­schen­schritt. Er soll den Leu­ten zei­gen, dass ein Elek­tro­mo­bil starke Emo­tio­nen ver­mit­teln kann. Rich­tig ren­ta­bel wird erst die vier­tü­rige Limou­sine sein, die Tesla ab 2011 in gros­sen Stück­zah­len auf­le­gen will. Der soeben prä­sen­tierte Tesla S ist ein fünf– bis sie­ben­plät­zi­ges Fami­li­en­auto mit Elek­tro­an­trieb und viel Stau­raum, soll jedoch rund vier­zig Pro­zent güns­ti­ger als der Roads­ter sein. (rs)

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7 Kommentare


  1. Ralf schrieb:

    Darf man davon aus­ge­hen, dass auch der Auto­park der Axpo aus lau­ter sol­cher Elek­tro­au­tos besteht?

  2. atommichi schrieb:

    Elek­tro­au­tos, Elek­tro­boi­ler und Elek­tro­hei­zun­gen kräf­tig sub­ven­tio­nie­ren, damit weni­ger Ener­gie ver­schwen­det wird. Atom­strom ist uner­schöpf­lich, sau­ber, sicher und billig!!!!!!!

  3. Laubacher Markus schrieb:

    Zu Atom­mi­chi

    Nicht mal der rich­tige Name. Wer ist das? Diese Per­son
    kann dem­nach gar nicht zu sei­ner Mei­nung stehen.

    Elek­tro­hei­zung ist Ener­gie­ver­schwen­dung. Es ist einer
    der Wär­me­spen­der der am Meis­ten Ener­gie braucht.
    Und die Srom­kos­ten für einen Win­ter hei­zen sind enorm hoch.
    Atom­strom ist nicht uner­schöpf­lich. Schon ein­mal davon gehört das zur Betrei­bung von Brenn­stä­ben Uran nötig ist?
    Impor­tier­tes Uran selbst­ver­ständ­lich.
    Ihre Äusse­run­gen sind wohl ein Witz.

    Die Woh­nungs­hei­zung muss oeko­no­mi­scher und ökolo­gi­scher
    gesche­hen. Geo­ther­mie, Miner­gie­haus und Solarzelle.

    Ihre Denk­weise ist etwas plump. Entschuldigung.

  4. Richtig rum schrieb:

    Bes­ser Gum­mi­zelle als Solar­zelle. Damit sich die grü­nen Que­ru­lan­ten kei­nen Son­nen­brand holen!
    Beson­ders schlaue Grüne besu­chen im Win­ter regel­mäs­sig Sola­rien, um Son­nen­en­er­gie zu tan­ken. Bei denen kommt der Strom eben aus der Steckdose!

  5. Schweizer Qualität schrieb:

    Elek­tro­kär­reli statt Auto?

    Nein, noch heute fährt kaum ein Wagen schö­ner als der Legen­däre Opel Diplo­mat von 1972!
    V 8 mit 230 PS, Vinyl­dach und per­fekte Formgebung!

  6. Upjohn schrieb:

    darf man dar­auf hin­wei­sen, dass Tesla die Pro­duk­tion des Tesla Roads­ter, der bekannt­lich beschei­dene 100.000 US-Dollar kos­tet und des­halb so bil­lig ist, dass ihn sich hier­zu­lande jeder sofort als Zweit­wa­gen in die Garage stel­len würde (wenn man Lotto-Millionär wäre), in 2011 ein­stel­len will, weil ihn kei­ner bauen möchte? Darf man bei der Gele­gen­heit auch dar­auf hin­wei­sen, dass Tesla Motors einen klit­ze­klei­nen Kre­dit von der US-Energiebehörde als beschei­dene Anschub­för­de­rung für den Bau des noch gar nicht lie­fer­ba­ren Tesla Model S in Höhe von schlap­pen 465 Mio. US-Dollar im Januar 2010 erhal­ten hat?
    Naja, ich finde es schon pikant, dass — wenn man Infos ent­spre­chen­den Wirt­schafts­blogs trauen darf — Tesla im 1. Quar­tal 2010 läp­pi­sche 20 Mio. US-Dollar Umsatz gemacht hat und dabei sau­bere 29 Mio. Dol­lar Ver­luste ein­ge­fah­ren hat.
    Und hier ver­kauft man mir als poten­ti­el­lem Kun­den die wun­der­bare Zukunft des eCar. Ich nehme das eher als finan­zi­el­les Marketing-Keuchen im Walde wahr. Noch mal schnell dicke Luft ablas­sen, damit das Defi­zit nicht total offen­sicht­lich wird. Tesla soll der­zeit für Toyota eine Bat­te­rie für den RAV 4 ent­wi­ckeln. Na, hof­fent­lich krie­gen die wenigs­tens das auf die Reihe. Mann-o-Mann, was für ein Subventionswahnsinn.…..

  7. Richtig rum schrieb:

    Die Chi­ne­sen bauen ihre Elek­tro­wa­gen, die Inder ihre Elek­tro­ve­los. Wir kön­nen eigent­lich dar­auf ver­zich­ten, unser Strom­ver­brauch wächst auch so schnell genug!


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