Green Deal für Wirtschaft und Umwelt
Nationalrat Martin Bäumle, Präsident der Grünliberalen Partei, über die Reduktion der CO2-Emissionen, das Potenzial einer verbesserten Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien sowie die Idee einer Risikoprämie auf Atomstrom.
Der drohende Klimawandel ist heute eine breit anerkannte Tatsache. Diese Bedrohung ist aber auch eine Chance, die wir für unsere Umwelt und Wirtschaft nutzen sollten. Der Bundesrat hat in seinem Szenario IV* aufgezeigt, wie ein solcher Weg aussehen kann. In seiner Schlussfolgerung ist dieser ökonomisch fast gleichwertig wie das Szenario I* mit zwei neuen Kernkraftwerken, aber rund vier Mal effizienter bezüglich CO2-Reduktion und Klimaschutz. Leider wird trotz dieser Faktenlage weiterhin an einem wenig effizienten Szenario festgehalten, um neue Gaskombikraftwerke oder neue Kernkraftwerke rechtfertigen zu können.
Das grosse Potenzial zur Reduktion der CO2-Emissionen liegt im Gebäudesektor und im Bereich des Verkehrs. Die Technik ist reif und mit dem nötigen politischen Willen liegt in diesen beiden Bereichen der Schlüssel zur CO2-Reduktion. Investitionen lohnen sich auch volkswirtschaftlich und steigern die Wertschöpfung in der Schweiz.
Daneben besteht Handlungsbedarf bei der Elektrizität. In den nächsten 20 bis 30 Jahren werden die bestehenden Kernkraftwerke vom Netz gehen und deren Produktion muss eingespart bzw. ersetzt werden. Das Szenario IV zeigt deutlich auf, dass das Reduktionspotenzial für die effiziente Nutzung von Strom rund einen Drittel beträgt. Beispiele sind die Beleuchtung, der Ersatz von Elektromotoren oder der Ersatz von Elektrospeicherheizungen. Auf der anderen Seite führen Massnahmen zur CO2-Reduktion bei Gebäuden und im Verkehr und die zunehmende Technisierung zu einer erhöhten Stromnachfrage. Trotzdem ist bei konsequenter Umsetzung eine Reduktion der Stromnachfrage um rund 10 Prozent realistisch.
Die erneuerbaren Energien Wasserkraft, Biomasse, Geothermie, Solarenergie und Windenergie haben in den nächsten 30 bis 50 Jahren das Potenzial, den Restbedarf zu ersetzen. Mit gezielten Investitionen im In– und Ausland können auch Solar– und Windkraftwerke eine bedeutende Rolle in der Versorgung spielen.
Die Schweiz hat dabei nur zwei Probleme: Erstens wird die Zeit knapp, da Politik und Strombranche 25 Jahre zu wenig getan haben und heute immer noch auf neue Kernkraftwerke setzen, obwohl diese möglicherweise vom Volk abgelehnt werden. Mit dieser Haltung blockiert die Strombranche für weitere Jahrzehnte eine echt nachhaltige Entwicklung zu mehr Unabhängigkeit der Schweiz und mit hoher Wertschöpfung für die Schweiz. Sollte sich auf der Zeitschiene ein Engpass abzeichnen, können innert 2 bis 4 Jahren für eine Übergangszeit von zirka 20 Jahren Gaskombikraftwerke (welche mehrheitlich im Inland CO2-kompensiert werden müssen und damit ihre externen Kosten internalisieren) zur Überbrückung betrieben werden.
Zweitens sind die erneuerbaren Energien heute noch deutlich teurer als die klassischen Grosskraftwerke. Es darf aber nicht ausgeblendet werden, dass die Kernenergie über Jahrzehnte via Forschung subventioniert wurde und auch heute ihre wahren Kosten bei Weitem nicht deckt. Die Kostenwahrheit mit voller Übernahme der Haftungsrisiken inklusive der Lagerrisiken für die nächsten 100‘000 oder mehr Jahre würden den Gestehungspreis um bis zu 50 Rp./kWh verteuern bzw. es würde sich kaum ein Investor finden lassen, der die Restrisiken finanzieren würde.
Deshalb schlagen die Grünliberalen eine Risikoprämie auf Atomstrom vor, welcher zum Abbau dieser Risiken eingesetzt wird, indem das Geld in die Anschubfinanzierung von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien fliessen soll (via KEV). Die Erneuerbaren erlangen so rascher Marktreife und gleichzeitig werden damit die Risiken schrittweise eliminiert durch den Realersatz der Kernkraftwerke mit erneuerbarem Strom.
So kann das Szenario IV im Sinne eines Green Deals sowohl zeitlich als auch finanziell marktgerecht umgesetzt werden. Zudem werden in der Schweiz in der Forschung, Entwicklung und Produktion hochwertige, nachhaltige Arbeitsplätze geschaffen und auch die Exportindustrie profitiert vom Werkplatz Schweiz. Die Schweiz wird zunehmend unabhängiger vom Ausland bezüglich Energie und der Klimaschutz wird aktiv und vor allem im Inland vorangetrieben.
Hinweis energiedialog.ch
* Die Energieperspektive des Bundesamtes für Energie BFE basiert auf 4 Szenarien. Das Szenario I geht von einem ungebremsten Verbrauchsanstieg aus, während das Szenario IV die 2’000-Watt-Gesellschaft, also die Reduktion des heutigen Verbrauchs um 2/3, als Ziel definiert.
Weiterführende Informationen:



18. Mai 2009 um 06:29
Rotgrüne Ideologie können wir uns in der gegenwärtigen Krise nicht mehr leisten.
Grüner Stumpfsinn wird durch ständige Wiederholung nicht besser. Tatsache bleibt, dass die Kernenergie (Reaktoren der 2. Generation) seit Jahren billiger und umweltfreundlicher als andere Formen der Energieerzeugung ist. Dazu kommen die Verbesserungen der Reaktoren der 3. und der kommenden 4. Generation.
Wir brauchen neue Kernkraftwerke. Das erste Projekt soll bis 2020 realisiert werden können. Unsere Wirtschaft soll durch technischen Fortschritt wachsen.
18. Mai 2009 um 18:37
Das ist völlig richtig und gut! Aber noch besser sind gleich drei neue Kernkraftwerke für den Anfang!
Es muss endlich vorwärts gehen, Verhinderungspolitik wie in Kaiseraugst können wir gar nicht mehr finanzieren
Beginnt in Gösgen, Beznau und Mühleberg, macht in Verbois und Graben weiter, um schliesslich auch Inwil, Kaiseraugst und Bodio fertig zu stellen!
6. Juni 2009 um 00:33
Wann wird endlich im Kanton Zürich ein AKW gebaut?
9. Juni 2009 um 20:15
Sobald die Politiker in Zürich aufgewacht sind. Besonders schlimme Politiker gibt es in der Stadt Zürich, die müssen endlich abgewählt werden!
SVP!
15. Juni 2009 um 23:34
Tolle Sprüche die Herr Nationalrat von sich gibt. Will er mit einer Risikoprämie auf AKW-Strom die Physik (Sonneneinstrahlung, regelmässige Winde) verändern? Im Gegensatz zum Stimmvolk lässt sich die Physik nicht manipulieren.
17. Juni 2009 um 10:16
Ich empfehle den Stromlieferanten keine Risikogarantie zu erheben sondern die Einspeisevergütungen für Solarenergie abzuschaffen. Der Solarstrom sollte zu seinen wirklichen Gestehungskosten von ca. 60 Rp/KWh zuzüglich der Speicherkosten ca. 40 – 60 Rp/KWh verrechnet werden. (die Solarenergie kann nur zu einem kleinen Teil zum Zeitpunkt erzeugt werden wann er gebraucht wird). Das heisst total ca. Fr. 1.— bis 1.20 per Kilowattstunde. Ganz sicher würde kein einziger Grüner nur 1 KWh Solarstrom beziehen sondern sie würden die Erneuerung der AKW und damit die Erzeugung von umweltfreundlichen und preisgünstigen Strom befürworten. Etwas Solarstrom ist vernünftig aber er kann niemals den Ersatz von Kernkraft bringen.
18. Juni 2009 um 21:16
Leider gibt es kaum vernünftige “Grüne”. Viele von ihnen lästern über die Wirtschaft, die Automobilisten, Kernkraftwerke, Natel– Antennen und überhaupt alles, beziehen aber auf Kosten der Steuerzahler eine gute Beamten– Besoldung, fahren mit gar nicht so umweltfreundlichen Fahrzeugen herum, nutzen Internet und andere Stromfresser und schalten ihren “Knochen” nicht einmal bei einem Vortrag über die Schädlichkeit von Natel– Strahlung ab. Den Vogel abgeschossen hat jener Grünliberale, der Mc– Donalds und Burgerking wegen angeblicher Verherrlichung des Fleischkonsums verurteilt, selbst aber angeblich nicht auf den Offroader verzichten kann– wegen seines Hobbys, der Kaninchenmast! Da beisse ich lieber in den Vegi– Mac oder den King– Vegi und fahre ein ultrasparsames Auto, das gute Fahrleistungen und einen hohen Gebrauchsnutzen vereinigt. Um die Junk– Food– Kalorien wieder zu verbrennen, kann ich auch einmal auf den Wagen verzichten.…
3. Juli 2009 um 22:23
Egal ob rotgrün, grünliberal oder nur grün hinter den Ohren; wir brauchen keine Larifari– Politiker, wir brauchen Staaatsmänner, die klar und mit voller Überzeugung für neue KKW einstehen und sich vor den Gegnern nicht fürchten!
Wir müssen wie die alten Eidgenossen kämpfen, um die Atomgegner zu besiegen!
Ein Winkelried der Kühltürme muss her!
4. Juli 2009 um 12:44
Schlachten um die Energiepolitik wird es hoffentlich nicht geben, aber bestimmt die eine oder andere Demonstration mit Sachschäden. Mit Sicherheit wird sehr viel diskutiert, aber hoffentlich nur friedlich. “Besiegen” müssen wir die Vorurteile gegen die Kernenergie, nicht die Gegner. Mit denen muss man sich friedlich einigen. Die Elektrizitätswirtschaft könnte z. B. ein älteres Kernkraftwerke 2 Jahre früher stilllegen, wenn das Ersatz– Kernkraftwerk bereits läuft. Das gefällt denen und lässt sich bezahlen.
28. Juli 2009 um 19:59
Sehr geehrter Herr Alder, ich zwar nicht aus welcher Generation Sie stammen, aber bestimmt nicht aus einer der die Naturgesetze kennt! Es ist eine absolute Verschwendung mit Uran Strom zu erzeugen dazu ist diese Erz zu wertvoll! Denken Sie einfach mal 180° um und schauen Sie wie es die Natur seit Millionen von Jahren macht und dies sehr erfolgreich!! Fördern Sie zukunftsweisende, naturkonforme Technologien, dann werden Sie mit absoluter Sicherheit sehr erfolgreich und mit hohem Ansehen geehrt! Sonne, Wind und Wasser liefern uns genügend Energie, wenn wir sie abholen
Ich wünsche Ihnen ein hohes Ansehen
Paul Albert Jenny
29. Juli 2009 um 23:01
Uranerz ist für die Energiewirtschaft wertvoll. Wegen der Radioaktivität sind Kuren mit uranhaltigem Wasser ausser Mode geraten, ebenso uranhaltige Farben, Glasprodukte usw.
Daher bleibt hauptsächlich die Nutzung als Energiequelle. Urangeschosse (wegen des hohen spezifischen Gewichts und der Härte des Metalles) sind auch nicht das Wahre, denn Krieg produziert Leid.
30. Juli 2009 um 21:03
Grünliberale sind eine verkappte FDP. Wir Linken sind sozial und ökologisch!!!!!!
30. Juli 2009 um 23:29
“Alter Sozi” heisst sicher “Alter Sozialhilfeempfänger”.
Dass die meistens zu den Linken zählen ist schon klar!
Ob sie allerdings auch sozial sind, da hab ich arg bedenken.
31. Juli 2009 um 21:41
Die heutige SP ist die Partei der Sozialschmarotzer und Sozialarbeiter!
Wir alten Sozis sind noch patriotische Arbeiter!
Zu unseren Zeiten gab es noch unsere Bundesräte Nobs, Spühler und Ritschard. Echte Vertreter der Werktätigen.
Kapitalismus bedeutet Ausbeutung und Marginalisierung, der Sozialismus will die Fähigkeiten der Bürger stärken!
Die kaviarlinken Rotgrünen begreifen Marx gar nicht, sie zitieren ihn, ohne sein Werk zu kennen!
Bundesrat Spühler fordert die Strombarone schon 1964 auf, endlich Atomkraftwerke zu bauen, nachdem die Sowjets das erste Atomkraftwerk der Welt schon 1954 in Betrieb genommen haben!
31. Juli 2009 um 23:40
Wenn einer die letzten 20 Jahre miterlebt hat und immer noch dem Marx huldigt, den wird wohl nichts mehr auf dieser Welt aufklären können.
Zum Glück gibt es nur noch wenige marxistische Exoten-Länder in denen die Bevölkerung ihren Hunger mit staatlich vorgeschriebener Ideologie stillen müssen
Ganz sicher lebt unser “alter Sozi” weit besser aufgehoben
in unserem Land mit kapitalistischem Wirtschaftsystem.
Die Absurdität, dass einer auf die Idee kommt, sein Pseudonym auf die Webseite einer sowjetischen Atomenergiebehörde zu verlinken (in russischer Schrift) weckt die Vermutung, dass sich da einer ein falsches Fell übergezogen hat um seinem Atomstrom-Fanatismus in besonderer Art zu fröhnen.
Für diese Art Trojaner gibt es noch keinen Antivirus!
1. August 2009 um 23:26
“Moskau einfach” für Andersdenkende ist offensichtlich noch nicht ausgestorben!
Ich bin ein guter Eidgenosse, aber ganz klar ein Sozialist.
Unsere Bundesräte Nobs, Spühler und Ritschard waren auch gute Eidgenossen.
Leider gibt es heute in der SP zu viele Handlanger des Grosskapitals.
Nötig ist heute ein eidgenössischer Sozialismus!
3. August 2009 um 00:05
Ja ja — eidgenössischer Sozialismus ganz nach dem Vorbild von “Fidel” oder vielleicht stand dem alten Sozi der Honegger näher.
Wir hatten genügend lange Ostpilger (auch Politiker) die meinten jene Systeme wären unser Heil. So ab ca 1987 sind allerdings die meisten relativ schnell verstummt. Ein paar sind offensichtlich noch nicht ausgestorben!
Ein Sozialist mit wenig (ohne)Sozialkompetenz kann übrigens kein guter Eidgenosse sein. Denn genau dieses Charaktermerkmal verbunden mit freier Marktwirtschaft war mitschuldig, dass die Eidgenossenschaft so erfolgreich war.
Marktwirtschaft gepaart mit Vernunft wird schlussendlich auch entscheiden über Atom– und/oder Alternativenergie für die Zukunft.
3. August 2009 um 20:19
Die Revolution wird kommen. Die Bonzeria schaufelt sich mit der grenzenlosen Gier das eigene Grab!
http://www.bueso.de
22. Februar 2010 um 21:46
Keine Sozis, dafür Mühleberg 2!