Brasiliens historischer Wasserkraftdeal
Brasilien zahlt künftig mehr für Wasserkraftstrom aus Paraguay und stellt dem Nachbarland günstige Kredite für Energieprojekte in Aussicht.
Brasiliens Präsident Lula da Silva setzt auf eine “Politik der guten Nachbarschaft“. Dies kommt jetzt mittels eines in der Region als “historisch“ bezeichneten Abkommens auch Paraguay zugute. Demnach sagt Brasilien seinem Nachbarn zu, für die Bezugsrechte für Strom aus Paraguays Anteil an der gemeinsamen Kraftwerksanlage in Itaipu künftig dreimal so viel zu bezahlen wie bis anhin. Zudem kann Paraguay seinen Strom auch direkt auf dem brasilianischen Markt anbieten, wo höhere Erträge locken.
Und schliesslich stellt Brasilien günstige Kredite zur Verfügung, die der Nachbar zum Ausbau seines Leitungsnetzes verwenden kann. Das Abkommen muss allerdings noch vom brasilianischen Nationalkongress bestätigt werden.
Der Itaipu-Damm an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay ist mit einer Leistung von 14‘000 MW das zweitgrößte Wasserkraftwerk nach dem Drei-Schluchten-Kraftwerk in China. Im fast 8 Kilometer langen und 196 Meter hohen Damm arbeiten 20 Turbinen. Bei seiner Fertigstellung 1995 deckte das Kraftwerk 78% des Strombedarfs Paraguays und 25% des Bedarfs in Brasilien. (es)


