Weltpremiere: Airbus A340 fliegt mit Erdgas
Alternativenergien halten nun auch in der Luftfahrt Einzug. Eine Maschine der Qatar Airways flog erstmals mit einem Treibstoff auf Erdgasbasis. Dieser soll vor allem die Luftqualität an Flughäfen verbessern.
Beim Treibstoff, den einen Airbus A340-600 der Qatar Airways in die Luft bringt, handelt es sich um eine Kraftstoffmischung aus 50 Prozent synthetischem GTL-Kerosin (Gaz to Liquid) und 50 Prozent herkömmlichen Treibstoffs auf Mineralölbasis. Bei der Verbrennung des neuen, als GTL Jet Fuel bezeichneten Kraftstoffs werden weniger Schwefeldioxid und Feinstaub freigesetzt als bei reinem Kerosin. Für stark frequentierte Flughäfen soll dies bessere Luftqualität bringen.
Der kürzlich durchgeführte, sechsstündige Jungfernflug des «Öko-Airbus» von London nach Doha war der letzte Schritt in einem über zweijährigen wissenschaftlichen Projekt zur Erforschung des neuen Treibstoffs. Am Projekt beteiligt waren Airbus, Qatar Airways, Qatar Petroleum, Shell und der Motorenhersteller Rolls-Royce.
Laut Airbus hat sich mit dem ersten Erdgasflug gezeigt, dass eine Senkung des Kraftstoffverbrauchs im Flugverkehr möglich ist. Der Flug wird als wichtige Etappe auf dem Weg in eine Welt gedeutet, in der Kraftstoffe aus Rohstoffen wie Holzabfällen und anderer Biomasse auch in der Luftfahrtindustrie verbreitet eingesetzt werden können. Die Flugzeugbauer gehen davon aus, dass im Jahr 2030 bis zu 30 Prozent des Kerosins aus alternativen Quellen stammen wird.
Der Flugzeugtreibstoff auf Erdgasbasis soll ab 2012 im grossen Stil hergestellt werden. Eine entsprechende Produktionsanlage befindet sich derzeit im Wüstenstaat Katar im Bau. Sie soll jährlich etwa eine Million Tonnen des GTL-Kerosins produzieren können. Diese Menge sollte ausreichen, um ein typisches Verkehrsflugzeug mit 250 Passagieren 4000 Mal um die Erde zu schicken. (scc)

