“Ökoenergie-Insel” als Vorbild?
Die Bewohner der dänischen Insel Samsø produzieren klimaneutral mehr Energie als sie verbrauchen. Ein Modell mit Vorbild-Charakter? Vieles spricht dagegen.
Samsø liegt im Kattegat, dem Meergebiet zwischen Dänemark und Schweden. 4000 Menschen leben auf der Insel, die etwa halb so gross ist wie der Kanton Appenzell-Innerrhoden. Eine kleine Insel also, von der bis anhin kaum jemand Notiz nahm. Nachdem Samsø aber vom dänischen Energieministerium zur “Ökoenergie-Insel” gekürt wurde, soll das kleine Eiland plötzlich als Vorzeige-Modell für den Klima-Gipfel in Kopenhagen dienen. Dort wird im Dezember das Nachfolge-Abkommen für das Kyoto-Protokoll verhandelt – ohne verbindliche Ziele zur CO2-Reduktion kann der Klimawandel kaum eingedämmt werden.
Doch wie wurde Samsø zum Vorzeige-Modell? Noch vor zwölf Jahren war die Insel ein Klimasünder. Geheizt wurde mit Öl, Strom kam aus Kohlekraftwerken vom Festland. Elf Tonnen CO2 wurden 1997 ausgestossen. Durch einen Wettbewerb der Regierung wurde Samsø zum Experimentierfeld: Mit erneuerbaren Energien und ohne staatliche Sonderhilfen sollten die CO2-Emissionen innert zehn Jahren auf null reduziert werden.
Nach acht Jahren war das Ziel bereits erreicht. Besser noch: Inzwischen produzieren die Insulaner 40% mehr Energie als sie verbrauchen – mit 21 Windrädern, Solarzellen auf Häuserdächern und Strohbrennern. Sogar die Kühlung von Milch wird mittels Wärmetauschern zum klimaneutralen Heizen der Häuser genutzt. Mit diesen Massnahmen verdienen die Samsinger bereits bares Geld, denn sämtliche Anlagen zur Energieerzeugung gehören den Bewohnern. Unter dem Strich steht ein Erfolgskonzept, welches durchaus Nachahmung finden sollte.
Allerdings hat das Konzept von Samsø den Nachteil, dass es ausserhalb von Samsø nur bedingt funktioniert. Denn die Insel profitiert von konstant kräftigen Winden und viel Sonnenschein – das sind klimatische Bedingungen, die in diesem Zusammenspiel sehr selten auftreten. Ganz zu schweigen davon, dass sich 4000 Menschen im Vergleich zur Weltbevölkerung relativ bescheiden ausnehmen. (jr)



1. November 2009 um 13:57
Diese Idee funktioniert nur mit Subventionen, die von den Arbeiter bezahlt werden müssen und auch nur auf dünn besiedelten Inseln. Für Städte unbrauchbar.
Unsere Bundesräte Spühler und Ritschard wussten schon vor Jahrzehnten, dass die Kernenergie unseren Wohlstand sichert!
2. November 2009 um 07:19
Die (unterdessen verstorbenen) SP- Bundesräte Spühler und Ritschard waren tatsächlich sehr weitsichtig.
Dafür ist Leuenberger ein Hindernis für die Energiezukunft.
Offensichtlich hat bei der SP ein dramatischer Gesinnungswandel stattgefunden. Weg von der Arbeiterpartei, hin zum abgehobenen Träumerverein.
Dänemark produziert den Strom übrigens weitgehend mit fossilen Brennstoffen.
2. November 2009 um 23:38
Deutschland hat vor über 10 Jahren Einspeisevergütungen für erneuerbaren Strom inkl. Windstrom eingeführt.
1. Hat die Windindustrie gegen 100’000 zukunftsfeste, steuerzahlende Arbeitsplätze geschaffen in einem Weltmarkt mit 2stelligen Wachstumszahlen.
wind-energie.de/de/statistiken/
2. Exportiert Deutschland 83% seiner Windturbinen.
http://tiny.cc/19p4e
3. Reduziert Windstrom die Abhängigkeit und den Import von ausländischen Rohstoffen.
4. Reduziert Windstrom den Ausstoss von Treibhausgasen und die Grösse von teuren Endlagern.
5. Hat die zukunftsfest produzierende Windindustrie im Gegensatz Nuklearwirtschaft weltweit keine Abermilliarden vom Steuerzahler erhalten und im Gegensatz zur Nuklearwirtschaft ein zweistelliges Wachstum ausgewiesen.
6. Viel wichtiger ist aber: Windenergie schaffte nicht nur zukunftsfeste Arbeitsplätze, sondern macht den Strom billiger:
http://tagesspiegel.de/wi…chaft/art271,2147183
22. Dezember 2011 um 07:21
Deutschland bezieht den Strom von der Tschechdose, während die Welt weiter auf Kernenergie setzt.
http://weltreporter.net/t…7/kirchgessner22.pdf
22. Dezember 2011 um 21:01
Interessanter Link “Richtig rum”. Mir ist schon länger klar, dass Lesen nicht so dein Ding scheint! Aber was in den eigenen Links steht, sollte man wenigstens zu lesen versuchen. Ich lese darin unter anderem:
„Wir möchten bis 2020 Marktführer in Ost- und Südosteuropa werden“,lautet das strategische Ziel des Konzerns. Im Herbst will das Management erklären, wie es erreicht werden soll. In der Branche wird erwartet, dass Cez GROSS in das Geschäft mit erneuerbaren Energien einsteigt. Angeblich will der Konzern große Summen in Windparks an der polnischen Ostseeküste investieren.
Deine Freunde wissen also im Gegensatz zu dir sehr genau wo die Zukunft liegt! Die Atom-Schiene wird gefahren solange man damit auf leichte Weise Profite macht.
Dann steht da noch was sehr interessantes, das lasse ich jetzt mal unkommentiert. Der geneigte Leser darf das ganz unbeeinflusst analysieren und seine Schlussfolgerung daraus ziehen
Mit seinen 33 000 Mitarbeitern und 8 Mrd. Euro Umsatz ist Cez zwar kleiner als RWE (70000 Mitarbeiter, 48 Mrd. Euro Umsatz), dafür aber deutlich profitabler. Nach Steuern bringt es der Konzern auf knapp 2 Mrd. Euro Gewinn bei einer Umsatzrendite von 26 Prozent – der deutsche Konkurrent schafft nur zwölf Prozent.
23. Dezember 2011 um 09:12
Meine Schlussfolgerung: Das scheint mir nun wirklich eine extrem gewundene und ziemlich hilflose Interpretation der Dinge, besonders wenn man weiss, dass die tschechische Schwerindustrie einen guten Ruf hat und über langjährige Erfahrungen als Lieferant von Schwerkomponenten, grossen Turbogeneratoren und ganzen Kraftwerken aller Art verfügt.
Ja, manchmal ist es halt schon schwierig gegen undiskutable Fakten anzukommen. Tschechien ist wohl das beste Beispiel dafür, dass man noch im Betrieb stehende “Dreckschleudern” mit modernen KKWs ersetzen sollte und in Zukunft auch wird.
23. Dezember 2011 um 16:14
Das Beispiel aus Dänemark zeigt doch klar auf, dass wir nicht einen Dreck durch den anderen ersetzen müssen. Auch wenn die AXPO wieder mal nach dem gewohnten, durchschaubaren Muster (“Tolle Alternative, aber”) darüber berichtet. Das “Aber” ist hier besonders fehl am Platz, da Dänemark zwar bezüglich Wind privilegiert ist, aber bezüglich Sonne wohl nicht allzu sehr. In diesen Breiten ist der Wechsel der Jahreszeiten stark zu spüren. Die Sonne scheint zwar sehr lange im Sommer, was aber durch die meist statischen PV-Module auch nicht optimal genutzt werden kann. Dazu ist der Einstrahlungswinkel sehr flach. Trotzdem klappt es offenbar wunderbar mit dem “Dreamteam” Sonne und Wind.
23. Dezember 2011 um 18:09
In Dänemark stammt der Strom überwiegend aus Kohlekraftwerken. Die teure Windenergie ist auch im dünn besiedelten Dänemark zu unzuverlässig und unergiebig.
23. Dezember 2011 um 19:23
Diese Tatsache ist vermutlich den wenigsten bekannt. Gut, dass es also wieder einmal gesagt wird. Es ist schon interessant wie gewisse Dinge von den Massen immer geglaubt werden, wenn man sie mit Hilfe der Medien nur lange genug herumerzählt.
Dänemark ist beileibe kein Musterknabe wenn es um CO2-Emissionen pro Kopf geht.
23. Dezember 2011 um 23:02
Wart Ihr beiden Schlauköpfe eigentlich schon mal in Dänemark? Die Behauptungen entbehren jeglicher Grundlage. Dänemark erzeugt heute bereits rund 25 Prozent seines Stroms mit Windrädern und beabsichtigt, diesen Anteil auf 50 Prozent in den kommenden Jahren zu erhöhen.
Wäre ja kaum so, wenn die Wirksamkeit nicht gegeben wäre. Gibt es nur eins für Brownie und Alder: Ab nach Dänemark und schaut euch das mal in der Realität an. Und schreibt nicht solchen einen Unsinn fernab jeder Realität!
23. Dezember 2011 um 23:30
@ Brownie`s Schlussfogerung
Aber Brownie, bist doch sonst so ein Rechenkünstler!
Warum denn so abschweifen bei all den Zahlen? Hast den Taschenrechner verlegt?
Ich hab mir einfach mal den Gewinn/Mitarbeiter der beiden Konzerne überschlagen, das hat dann ein paar Fragezeichen in verschiedener Hinsicht bewirkt, warum die Zahlen so sind wie sie sind! Auch wenn die Gewinnzahlen VOR Steuern (ebit) interessanter wären.
24. Dezember 2011 um 09:58
@ Vera Lubitsch
Dänemark produziert etwa 25% Windstrom. Die restlichen 75% aber stammen aus den fossilen Energieträgern Oel, Gas und vor allem aus Kohle, letztere mit einem Anteil von rund 50%. Worauf denn sollte die Produktion denn Ihrer Meinung nach sonst basieren ??
Warum wollen Sie mit Ihrer arroganten Replik sich eigentlich derart blamieren und Ihre Ignoranz so zur Schau stellen ?
http://sohalt.wordpress.c…ger-aufgeschlusselt/
24. Dezember 2011 um 11:59
Mit “das Beispiel aus Dänemark” (7) meinte ich natürlich die im Artikel beschriebene Insel, deren Name ich mit meiner Tastatur nicht korrekt schreiben kann. Pioniertaten beginnne immer im Kleinen, das liegt in der Natur der Sache.
24. Dezember 2011 um 23:54
Dänemark hat kaum Wasserkraft und gar keine Kernkraftwerke, ist aber ein skandinavisches Land mit entsprechendem Stromverbrauch (Wohlstand, Klima).
http://iea.org/stats/elec….asp?COUNTRY_CODE=DK
Die Stromzahlen der Energieagentur zeigen, dass fast die Hälfte der Produktion aus Kohlekraftwerken stammen.
Windräder sind eben auch am Meer eine Dummheit. Anders kann man es nicht sagen…..
25. Dezember 2011 um 21:30
Wind ist dort ja praktisch schon Bandenergie…
Wie gross wäre wohl das Potenzial an Wellen – und Gezeitenkraft in Dänemark? Irgendwas muss ja in Zukunft Energie liefern, wenn die nicht erneuerbaren immer teuer werden und die Welt an den Abgrund treiben!
26. Dezember 2011 um 20:38
Das kümmert die Dänen anscheinend nicht…… die verbrennen weiter billige Importkohle in ihren Kraftwerken und lassen die Abgase vom Wind aufs Meer treiben……
Auch Holland kümmert sich nicht um Windmühlen- Träume und baut ein neues Kernkraftwerk. Saudi- Arabien wird 16 Kernkraftwerke bauen…..
Deutschland bezieht den Strom aus der Tschechdose und die Schweiz baut weitere Moratoriumskraftwerke (=Arbeitsplatz- Export!) in Frankreich!