Wie weit kann der Beitrag der Wasserkraft an der Schweizer Stromversorgung noch gesteigert werden?
Frage von Martina Jossen: Wie weit kann der Beitrag der Wasserkraft an der Schweizer Stromversorgung noch gesteigert werden? Wie ist die momentane Situation? Welche Faktoren verhindern einen noch stärkeren Ausbau?
Antwort: Die Wasserkraft ist seit jeher die zentrale Säule der Schweizer Stromproduktion. Heute beträgt ihr Anteil beinahe 60 Prozent.
Ihre grossen Vorteile liegen auf der Hand: Die Energie stammt aus einheimischen, erneuerbaren Quellen, ist nahezu CO2-frei und günstig. Zudem kann sie durch die verschiedenen Kraftwerkstypen – Laufkraftwerke, Speicherkraftwerke, Pumpspeicherkraftwerke – bedarfsgerecht produziert werden.
Heute werden mit Wasserkraft rund 35 000 GWh (Gigawattstunden) Strom pro Jahr erzeugt. Viel mehr liegt nicht mehr drin, denn bereits werden 90 Prozent der geeigneten Bäche und Flüsse zur Stromproduktion genutzt. Gemäss Energiegesetz soll die Produktion bis ins Jahr 2030 auf rund 36 500 GWh gesteigert werden, was zum grossen Teil durch Aus- und Umbauten (Steigerung des Wirkungsgrades) von bestehenden Werken erreicht werden soll. Neue Grossanlagen sind nur noch bedingt möglich, weil neben dem Nutzen auch stets die Schutzinteressen (Naturschutz, Fischerei etc.) zu berücksichtigen sind.
Noch unsicher ist der Einfluss des Klimawandels. Allgemein geht man für unsere Breitengrade von mehr Niederschlägen im Winter und trockeneren Sommern aus. Für den Alpenraum, das wichtigste Einzugsgebiet der einheimischen Wasserkraft, rechnet man bei globaler Temperaturerhöhung mit insgesamt abnehmenden Niederschlagsmengen.
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19. September 2010 um 21:30
Die Wasserkraft wird in der Schweiz für zwei grundlegend verschiedene Aufgaben genutzt. Während bei der Energieproduktion schon annähernd ein optimaler Kompromiss zwischen Naturschutz und Wasserkraftnutzung erreicht werden konnte, werden zur Zeit noch grössere Projekte realisiert, um die Funktion der Stromspeicherung vermehrt anbieten zu können. In diesem Bereich ist noch ein starker Ausbau möglich und teilweise bereits geplant.
Die Stromversorgung wird sich in den kommenden Jahrzehnten schrittweise verändern. Leistungsfähige Akkus werden vor allem in unseren Autos, Rollern und Elektrobikes aber auch in unseren Rasenmähern usw. eingesetzt. Zusammen mit dem aufkommenden Strommanagement durch Smart Grid werden tageszeitliche Schwankungen des Strombedarfs langsam an Bedeutung verlieren. Gleichzeitig wird in dafür geeigneten Regionen vermehrt die Windkraft genutzt. Vor allem Offshore-Anlagen haben ein grosses Potential. Haben wir in Europa eine flache Druckverteilung, produzieren die vielen Windkraftanlagen insgesamt wenig Strom. Bestehen jedoch in und um Europa grosse Luftdruckunterschiede, wird in Europa während Tagen und Wochen ein grosser Stromüberschuss entstehen. Bereits heute können solche Erscheinungen klar beobachtet werden und in Zukunft wird dies den Stromproduzenten noch mehr zu schaffen machen. Ein über Wochen andauernder Stromüberschuss kann nur mit grossen Stromspeichern abgefangen werden. Zwei Speichersysteme stehen heute im Vordergrund: Die Produktion von Wasserstoff durch Elektrolyse und die Pumpspeicherung durch Wasserkraftkraftwerke. Für die zweite Variante sind die Alpenländer prädestiniert.
Es gibt leider noch Umweltschützer, welche sich daran stossen, dass bei der Pumpspeicherung 25 – 30% der Energie verloren geht. Zudem stört sie die marktwirtschaftliche Steuerung durch Preisschwankungen. Offenbar ist es gemäss den Umweltschützern unmoralisch, mit der Pumpspeicherung Geld zu verdienen. Diese Haltung ist unbegreiflich, entspricht dies doch einem marktwirtschaftlichen Grundprinzip. Es ist davon auszugehen, dass die Umweltschützer mindestens diese ideologische Haltung in den kommenden Jahren aufgeben werden. Der Umweltschutz steht sich hier selbst im Weg.
20. September 2010 um 22:30
Grüne, Grünliberale und Grünschwätzer haben nichts, aber auch gar nichts mit echtem Umweltschutz zu tun. Der technische Fortschritt ist Umweltschutz und soziale Verbesserung!
Wir brauchen neue Kernkraftwerke, welche die Umwelt wirksam und bedeutend vor Verschmutzungen verschonen. Kernkraftwerke sind kompakt, leistungsstark, abgasfrei, nachhaltig und wirtschaftlich.
29. Oktober 2010 um 19:58
Ich würde “Richtigrum” gerne antworten. Wenn ich seinen Pseudonym anklicke, kerscheint aber die Webseite der “aves” (Aktion für vernünftige Energiepolitik Schweiz). Ich kann nicht glauben, dass in ihrem Namen so einseitige, manchmal extreme Gedanken veröffentlicht werden.
30. Oktober 2010 um 00:18
@ Christoph Kuhn
Sie müssen folgendes zur Kenntnis nehmen im Energiedialog:
Jeder kann unter dem gleichen Namen (Nick)der eigentlich einem anderen Schreiber gehört Beiträge reinstellen.
Je nach Lust und Laune verlinken sich meistens immer die gleichen Schreiberlinge ihre Namen auf irgend welche Webseiten, dehren Betreiber jedoch kein Wissen davon haben. Speziell kritisch wird es, weil dadurch sehr oft politische Extrempositionen mit diesen Webseitenbetreibern asoziiert werden.
Die extremsten Schreiberling legen sich denn auch immer wieder neue Namen zu, wenn sie nicht gerade unter dem Namen eines Diskussionsgegners schreiben.
Wie Sie sehen, EIN ABSOLUT UNTAUGLICHES FORUM!
Nun stellen Sie sich vor, eine Axpo die nicht mal eine Disskussionsplattform im Internet zu Stande bringt, die den einfachsten Normen entspricht, möchte auch noch neue Kernkraftwerke bauen!
Bei solchem Dilettantismus wäre ein Gau vorprogrammiert.
30. Oktober 2010 um 09:52
Irren ist menschlich. – Darum keine neuen AKW!
Ein GAU ist bei den Alternativenergien harmlos. Stelbst beim Geothermieprojekt in Basel und dem dadurch hervorgerufenen, schwachen Erdbeben konnten doch nur ein paar hundert Hausbesitzer ihre längst bestehenden Risse in der Fassade vergolden lassen. Zudem hege ich den Verdacht, dass diese Erschütterung sowieso nur bestehende Spannungen am Grabenbruch “kontrolliert” abgebaut hat. Vielleicht wurde dadurch sogar das erwartete grosse Erdbeben “zu Basel” verzögert oder abgeschwächt. Oder glauben wir tatsächlich, mit dem winzigen “Pieks”in der Erdkruste den Spannungen zwischen Kontinentalplatten Konkurenz machen zu können?
12. Juni 2011 um 21:27
Nach Ende von der Lebensdauer der Atomkraftwerke sollte man diese als Konventionelle Wärmekraftwerke umrüsten, mit Gas- oder Kohleheizung.
sehr grosse und kostspielige Teile wären weterverwendbar, wie
Kühlturm und Rohrleitungssystem der Turbine-Abwärme
Turbogeneratoren mit allen Zusatzaggregaten
die elektrische Anlage:Maschinen-transformatoren, Hochspannunsstation und Hochspg.Leitungen zum Landesnetz
Leitsystem usw, Es bräuchte eine neue Kesselanlage.
13. Juni 2011 um 12:41
Unlöschbare Waldbrände, nie dagewesene Tornadogewalt, Überschwemmungen hier, Dürren dort, tauender Permafrost, schmelzende Polkappen und steigender Meeresspiegel.- Nein – diese Option müssen wir vergessen. Die die elektrifizierung des gesamten Schienennetzes war ebenfalls eine gewaltige Aufgabe, die innert kürzester Zeit problemlos gemeistert wurde. Wenn die Einsicht da ist, dass das Ende einer Technologie gekommen ist, dann geht es plötzlich sehr schell.
14. Juni 2011 um 22:46
Medien- Tsunami, Massenpsychose, Grüne usw.
Baut neue Kernkraftwerke und vergesst den Unsinn.
Fukushima Daini und Onagawa haben den Tsunami gut überstanden, weil ihre Notstromgruppen sicher untergebracht sind.
14. Juni 2011 um 22:59
Nur leider hatten wir gleich drei Kernschmelzen in den Reaktoren von Fukushima! Also gleich drei Mal den absoluten Supergau mit noch nicht absehbaren Folgen – ausser der Evakuierung von Zehntausenden und der Notwendigkeit, dass jetzt die Schulkinder von Fukushima mit Dosimetern zur Schule müssen! (Quelle: TA Online vom 14.6.2011 – http://tagesanzeiger.ch/a…/19357027/print.html)