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Energie aus dem Berg

9. Dezember 2009 | News | Aufgeschnappt

20091209_news_aufgeschnappt_140x140Ende November wurde in Frutigen im Berner Oberland ein Tropenhaus eröffnet. Geheizt wird es mit warmem Wasser aus dem Lötschberg-Basistunnel.

Seit kurzer Zeit wachsen Papayas, Bananen und Mangos auch im Kandertal – genauer gesagt im Tropenhaus Frutigen. Der Grund, weshalb die Anlage in Frutigen steht, ist das Portal zum Lötschberg-Basistunnel. Die Ingenieure mussten eine Lösung für das warme Abwasser finden, das aus dem Berginnern in den Tunnel fliesst. Pro Sekunde sind dies hundert Liter, die wegen der Temperatur von 20 Grad Celsius nicht direkt in die Kander abgeleitet werden dürfen. Die hohe Temperaturen würden das Ökosystem beeinträchtigen.

Die Tunnelverantwortlichen suchten daher eine Lösung, um die Energie des warmen Wassers nicht ungenützt verpuffen zu lassen und entwickelten die Idee des Tropenhauses. Dieses wird zu 100 Prozent mit Energie aus dem Berg geheizt – und dabei bleibt gar noch Wärme für Gebäude in der Umgebung übrig.

Um das warme Wasser sinnvoll einzusetzen und mit dem Tropenhaus einen Ertrag zu erzielen, haben sich die Planer etwas Besonderes einfallen lassen: Die Anlage beinhaltet unter anderem eine Zucht sibirischer Störe. Dieser Fisch liebt das warme Bergwasser und produziert die begehrten Fischeier – besser bekannt als Kaviar. Die Initianten rechnen damit, dass im Berner Oberland dereinst 60 000 Störe schwimmen, die jährlich 45 Tonnen Fleisch und drei Tonnen Kaviar liefern werden.

Die Idee, mit warmem Wasser aus dem Berg Fische zu züchten, stösst auch andernorts auf Interesse. In Raron, auf der anderen Seite des Lötschberg-Basistunnels, ist ein Projekt für eine Egli-Zucht weit fortgeschritten. Auch zur Nutzung des warmen Wassers aus dem Gotthard-Basistunnel in Erstfeld und Bodio bestehen bereits Pläne. (scc)

 

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