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China setzt auf erneuerbare Energien

11. Januar 2010 | News | Ausland

20100111_news_ausland_140x140China, das demnächst Japan als zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt ablösen wird, will den CO2-Ausstoss verringern und vermehrt auf erneuerbare Energie setzen.

In den letzten 30 Jahren hat sich Chinas CO2-Ausstoss verfünffacht. Nach Jahrzehnten des Wirtschaftsbooms ist der Energiehunger des Reichs der Mitte gigantisch. Mit über 70 Prozent stammt der Grossteil der Energieproduktion aus Kohlekraftwerken, weshalb die Volksrepublik verbindliche Klimaziele stets als unangemessene Forderung zurückgewiesen hat.

Nun will das Reich der Mitte auch in Sachen erneuerbare Energie punkten. So präsentierte ein chinesischer Energiestratege kürzlich eine «Roadmap», die das Land zu einem Vorreiter im Bereich erneuerbare Energie machen soll. Demnach wird bis ins Jahr 2050 mehr als ein Drittel der chinesischen Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen stammen. Der ehrgeizige dreistufige Plan sieht vor, bis in zehn Jahren bereits 15 Prozent des Stroms umweltverträglich zu produzieren. Im Jahr 2030 sollen es dann bereits 20 Prozent sein, wodurch eine Milliarde Tonnen Kohle weniger verfeuert werden müsste. Die dritte Stufe – ein Drittel der Stromproduktion aus alternativen Quellen – soll spätestens 2050 erreicht werden.

Dass es China mit der Förderung von Alternativenergien ernst meint, zeigt das vor einem Jahr lancierte, 600 Milliarden Franken schwere Investitionsprogramm zur Förderung von Wind- und Sonnenenergie. Dies soll sowohl die Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten reduzieren als auch Arbeitsplätze schaffen. 240 Milliarden Franken will China gezielt in umweltschonende Projekte stecken. Eingesetzt werden soll das Geld etwa für den Ausbau des Schienennetzes, zum Bau von Müllverwertungs- und Kläranlagen sowie für Aufforstungsprojekte in Wäldern. (scc)

 

Ein Kommentar

  1. Als Ansage an unsere KKW-Turbos,
    600 Milliarden sind in etwa der zweifache Kostenbetrag für die momentan im Bau inkl. der in Planungfase befindlichen Kernkraftwerke in China.(bei 10 Milliarden/Anlage)

    Aber auch China wird in naher(oder ferner) Zukunft eine Wachstumsdelle kriegen, dann wird auch dort nicht alles umgesetzt werden können. Die Frage ist, wo dann Abstriche gemacht werden?

    B.Brecht hat es so formuliert:
    Es wechseln die Zeiten. Die riesigen Pläne
    der Mächtigen kommen am Ende zum Halt.
    Und gehn sie einher auch wie blutige Hähne
    Es wechseln die Zeiten, da hilft kein Gewalt.

    - das Grosse bleibt gross nicht und klein nicht das Kleine -

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