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Kernkraftwerksrevision: Auf Herz und Nieren geprüft

7. Januar 2010 - Wissen, Versorgung

20100107_wissen_versorgung_140x140Ein­mal im Jahr wird ein Kern­kraft­werk vom Netz genom­men und einer ein­ge­hen­den Revi­sion unter­zo­gen. Diese Prü­fung erlaubt Ein­bli­cke in das Innerste des Reaktors.

Tag und Nacht pro­du­ziert ein Kern­kraft­werk Ener­gie. Unun­ter­bro­chen läuft im Innern des Reak­tors die kon­trol­lierte Kern­spal­tung ab. Pau­sen­los rotie­ren die Strom­ge­ne­ra­to­ren. Stän­dig sind Ven­tile, Lei­tun­gen und Behält­nisse hohen Drü­cken und Tem­pe­ra­tu­ren aus­ge­setzt. Doch ein­mal im Jahr steht der Reak­tor still.

Die Ket­ten­re­ak­tion im Reak­tor wird unter­bro­chen, die Gene­ra­to­ren wer­den abge­stellt, Rohre und Lei­tun­gen ste­hen nicht mehr unter Druck. Wäh­rend der Revi­sion wer­den die ver­brauch­ten Brenn­ele­mente aus­ge­tauscht und Unter­halts­ar­bei­ten durch­ge­führt. Dies geschieht meist im Som­mer, wenn der Strom­be­darf gerin­ger ist als im Win­ter, und dau­ert drei bis vier Wochen. Wäh­rend die Maschi­nen ruhen, bricht um sie herum eine emsige Betrieb­sam­keit aus. Inge­nieure, Hand­wer­ker und andere Fach­leute neh­men die viel­fäl­tigs­ten Revi­si­ons­ar­bei­ten vor. Fach­leute suchen die Werk­stoffe nach all­fäl­li­gen Schä­den ab. Beschä­digte Bau­teile wer­den aus­ge­tauscht und Teile der Anlage modernisiert.

Die Revi­sion eines KKW ist immer eine grosse Her­aus­for­de­rung: Dabei muss die Arbeit von teil­weise über tau­send Per­so­nen so orga­ni­siert wer­den, dass sich diese nicht in die Quere kom­men und sich ihre Tätig­kei­ten in sinn­vol­ler Weise zusam­men­fü­gen. Betei­ligt ist nicht nur das Per­so­nal des Kern­kraft­werks, son­dern zusätz­lich Hun­derte von Fach­leu­ten aus aller Welt. Man­che sind das ganze Jahr von Kraft­werk zu Kraft­werk unter­wegs. Einige haben zeit­weise sogar ihre Fami­lie dabei.

Gear­bei­tet wird rund um die Uhr. Eine Viel­zahl von Arbeits­schrit­ten muss minu­tiös geplant wer­den. Bei den fünf schwei­ze­ri­schen Kern­kraft­wer­ken über­wacht das Eid­ge­nös­si­sche Nukle­ar­si­cher­heits­in­spek­to­rat ENSI die Revi­sion. Die Inspek­to­ren ach­ten dar­auf, ob die Arbei­ten tech­nisch kor­rekt und in Überein­stim­mung mit den Vor­schrif­ten erfol­gen. Sie beur­tei­len auch die Kom­mu­ni­ka­tion zwi­schen den Betei­lig­ten, die bei inter­na­tio­nal zusam­men­ge­setz­ten Teams wesent­lich davon abhängt, wie gut man die Spra­che der ande­ren versteht.

Nicht immer ver­lau­fen die Arbei­ten per­fekt nach Plan. Wenn eine Prü­fung Mate­ri­al­feh­ler zu Tage för­dert, wird auf­grund von Sicher­heits­ana­ly­sen ent­schie­den, ob das betrof­fene Bau­teil noch eine beschränkte Zeit im Ein­satz ste­hen darf oder ob die Anlage erst wie­der in Betrieb geht, wenn das Teil ersetzt ist. Dadurch kann die Revi­sion – und damit der kost­spie­lige Unter­bruch der Strom­pro­duk­tion — län­ger dau­ern. Doch “Safety first”, gilt beim Kern­kraft­werk immer — auch wäh­rend der Revi­sion. (kzj)

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2 Kommentare


  1. PET-Flasche schrieb:

    So viel Sicher­heit ist beruhigend.

    Bes­ser Abfall tren­nen statt alles ver­bren­nen, um Strom zu gewin­nen. PET, Alu, Kar­ton und Papier fürs Recy­cling, Atom für den Strom!

  2. Richtig rum schrieb:

    Kein effi­zi­en­tes und ratio­nel­les Recy­cling von Sekun­där­roh­stof­fen ohne bil­li­gen Strom.
    Die Maschi­nen für die Auf­be­rei­tung der Wert­stoffe brau­chen Strom. Umwelt­freund­li­cher Atom­strom ist spe­zi­ell nachhaltig!


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