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Elektrische Energie aus dem eigenen Körper

16. Februar 2010 | News | Aufgeschnappt

100215_news_aufgeschnappt_140x140Der menschliche Körper gibt bei jedem Schritt oder jedem Atemzug Energie ab. Diese könnte schon bald zur Stromproduktion genützt werden.

Den Forschern der Princeton University im US-Bundesstaat New Jersey könnte schon bald der grosse Durchbruch gelingen: Sie haben ein Material zur Energiegewinnung am eigenen Körper entwickelt. Die Einsatzmöglichkeiten wären vielfältig: So könnten daraus Schuhsohlen hergestellt werden, die beim Jogging Strom erzeugen – und zwar immer dann, wenn der Fuss auf den Boden auftrifft. Diese Energie könnte genützt werden, um den iPod oder das Mobiltelefon aufzuladen oder bei der Laufrunde im Dunkeln die Stirnlampe mit Strom zu speisen.

Den Ingenieuren ist es gelungen, Silikon mit hauchdünnen Fäden aus so genannten Blei-Zirkonat-Titanat (PZT) zu besetzen. Wegen der eingesetzten Nanotechnologie passen rund 100 Drähte auf einen Millimeter Silikonplättchen. Verbiegt man das Plättchen, wird elektrische Spannung erzeugt. Der Effekt nennt sich piezoelektrisch und ist eigentlich schon lange bekannt. Neu an der Entwicklung der US-Forscher ist die Effizienz, denn das neuartige Material ist hundert Mal effektiver als das bisher eingesetzte Mineral Quarz.

Neben dem Einsatz an Schuhsohlen schwebt den Entwicklern auch ein anderer Einsatz vor: Dereinst sollte es möglich sein, mit dem neuen Material einen Herzschrittmacher im Körper zu betreiben. Gespiesen würde er von der durch die Atmung freigesetzten Energie. Der grosse  Vorteil für den Patienten: Bisher wird der Herzschrittmacher von operativ eingesetzten Batterien betrieben, deren Austausch für den Patienten in der Regel mit einer Operation und zudem mit hohen Kosten verbunden ist.

Die Plättchen mit den PZT-Fäden sind in der Lage, 80 Prozent der auf sie einwirkenden Energie in Elektrizität umzuwandeln. Auch sollte das Material laut den Forschern problemlos im Körper implantiert werden können, denn sowohl Silikon als auch PZT sind «biokompatibel». (scc)

 

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