Der lange Weg zum «neuen» Biosprit
Biokraftstoffe sind umstritten, denn ihre Produktion hat zu höheren Nahrungsmittelpreisen und zur Abholzung von Regenwald geführt. Die Lösung sind Biotreibstoffe der zweiten Generation.
Anstelle von Benzin oder Diesel Biosprit aus Mais oder Rüben tanken –was ökologisch klingt, ist jedoch höchst umstritten. Der Einsatz von Lebensmitteln als Biotreibstoff verteuert die Nahrungsmittelpreise. Kritisch betrachten muss man auch die Ökobilanz der Biotreibstoffe, denn die CO2-Bilanz von der Produktion bis zur Nutzung ist teilweise sogar schlechter als jener der fossilen Treibstoffe Diesel oder Benzin. Ein weiteres Problem: Um grössere Anbauflächen für Raps, Mais oder Palmöl zu erhalten, wurde beispielsweise in Brasilien oder Indien viel Regenwald abgeholzt.
Die EU will den Anteil an Biotreibstoffen bis 2020 von rund 2 Prozent auf 10 Prozent erhöhen. Dafür setzt sie auch auf Biosprit der zweiten Generation. Der «Biosprit 2.0» soll ohne Energiepflanzen wie Mais oder Raps, sondern durch die Verrottung von Resthölzern, Stroh und sonstigen Abfällen gewonnen werden. Durch die Verrottung entsteht natürliches Biogas, welches durch Aufbereitung und Verdichtung zu Biomethan umgewandelt wird. Forscher schätzen laut einer Studie der Internationalen Energieagentur IEA, dass mit zehn Prozent der jährlichen Abfälle aus der Land- und Forstwirtschaft die Energiemenge von 125 Milliarden Liter Diesel hergestellt werden kann. Dies entspricht rund 4 Prozent des Kraftstoffverbrauchs im Transportsektor, was immerhin einer Verdoppelung des aktuellen Biotreibstoffanteils gleichkommen würde.
Laut Experten verlangt die Entwicklung des neuen Biosprits aber noch viel Forschung und Entwicklung sowie grosse Investitionen – vor allem in den Schwellenländern Brasilien, Indien und China. Die IEA weist in ihrer Studie aber darauf hin, dass in einigen Ländern Abfälle aus Land- und Forstwirtschaft bereits als Dünger oder zum Heizen verwendet werden. Hier müsse eine Abwägung stattfinden, ob ein Ausbau der Biokraftstoff-Produktion überhaupt sinnvoll sei. (scc)



21. Februar 2010 um 21:59
Neue Kernkraftwerke, wie sie in Japan, China, Indien und bald auch Brasilien in grosser Zahl gebaut werden, bringen grössere Energieeinsparungen. Wenn Kohle, Öl und Gas nicht mehr in Kraftwerken verbrannt werden müssen, bleibt mehr für den Strassen- und Luftverkehr übrig. Zudem haben viele Länder noch einen Nachholbedarf bei der Elektrifizierung des Schienennetzes. Sogar in Frankreich gibt es noch Diesel- Strecken; die Transsibirische Eisenbahn ist erst seit 2003 durchgehend elektrifiziert. Brasilien, Argentinien, Russland, die USA, China usw. haben noch tausende von Schienenkilometern zu elektrifizieren. Erst wenn das erledigt ist, soll man über Biodiesel nachdenken!
21. Februar 2010 um 23:47
Darüber nachdenken hat noch keinem geschadet!
z.B. über Jatropha curcas (invest in curcas oil)
27. Juni 2010 um 13:57
Nachdenken lohnt sich,aber bitte in allen Richtungen.
http://regenwald.org/prot…hp?id=598&taf=1
PETITION
zuhanden der Eidgenössischen Räte und des Bundesrats
KEINE AGROTREIBSTOFFE DIE ZU HUNGER UND UMWELTZERSTÖRUNG FÜHREN
Ökologische und soziale Zulassungskriterien für Agrotreibstoffe auf Bundesebene
Agrotreibstoffe sind kein geeigneter Ersatz für Benzin und Diesel, wenn ihre Gewinnung direkt oder indirekt zur Vertreibung von Bauernfamilien, zum Abbrennen der tropischen Wälder und zur Verteuerung und Verknappung von Nahrungsmitteln führt. Die derzeit in der Schweiz gültigen Kriterien zur Steuerbefreiung von Agrotreibstoffen können diese negativen Auswirkungen nicht verhindern.
Die Einführung von Zulassungskriterien, welche sozial und ökologisch problematische Agrotreibstoffe generell ausschliessen. In die Kriterien müssen dabei insbesondere die Ernährungssicherung in den Herkunftsländern sowie indirekte Verdrängungseffekte einbezogen werden.
Bevor die Zulassungskriterien auf Bundesebene in Kraft sind, dürfen Agrotreibstoff-Projekte in der Schweiz keine Betriebsbewilligung erhalten. Denn die geplanten Projekte in Bad Zurzach und Delémont, die aus mosambikanischer Jatropha bzw. brasilianischem Zuckerrohr Treibstoffe für den Schweizer Markt produzieren wollen, gefährden die Umwelt und die Ernährungssicherheit der armen Bevölkerung in den betroffenen Ländern.
Treibstoffe aus Biogas und aus Abfällen sollen weiterhin zugelassen sein.
27. Juni 2010 um 21:53
Bio- Treibstoffe, welche die menschliche Ernährung konkurrenzieren und / oder zur Abholzung von Regenwäldern oder anderen Naturzerstörungen führen, sind grundsätzlich abzulehnen.
Ebenso ist der übermässige Fleischkonsum fragwürdig, nicht nur für die eigene Gesundheit, sondern auch für unseren Planeten!
Sogar Reis ist ökologisch umstritten, erzeugen die Reisfelder doch viel Methan, da der Boden unter Wasser steht.
Weit sinnvoller ist der massive Ausbau der Kernenergie, wie das momentan in vielen Ländern angepackt wird.
In China, Japan und Russland existieren bereits gigantische Schmiedewerke zur Grosskomponenten- Herstellung für Reaktordruckgefässe, Dampferzeuger, Druckhalter, Turbinenwellen usw.
In Grossbritannien, Frankreich, Indien, Südkorea usw. werden neue gebaut.
Mit Kugelhaufen- Reaktoren, wie sie derzeit in China und Südafrika weiterentwickelt werden, kann Kohle zur Treibstoffgewinnung verflüssigt werden.
28. Juni 2010 um 00:37
Einfach in die Realwirtschaft, Bildung und Forschung investieren und endlich wieder Wirtschaftswachstum erzielen!
Spekulation und Alternativenergie abstellen!
28. Juni 2010 um 21:26
Lieber “Geil rum”
Warum hast dir jetzt schon wieder einen neuen Namen zugelegt?
Bist wohl selber zum Schluss gekommen, dass dein letztes Pseudonym zu Schrott gefahren hast? (end ot)
Aber wichtiger als ein neuer Name wäre wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen! Alternativenergien gehören zu einem Markt mit zur Zeit phänomenamalen Wachstumsaussichten Weltweit. Auch ist es ein Wirtschaftssegment wo zur Zeit sehr stark geforscht wird. Hr Löscher von Siemens macht folgende Aussage: “Die grünen Märkte wachsen weltweit am schnellsten und werden sich in zehn Jahren auf 3000 Milliarden Euro verdoppeln.”
http://kleinezeitung.at/n…gruene-maerkte.story
Fazit: totaler Fehlstart unter neuem Pseudonym!
28. Juni 2010 um 21:30
@ No 6
-phänomenalen- sollte es heissen
verschenke ein “ma”