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Flüssiges Erdgas auf flüssiger Route

23. Februar 2010 | News | Wirtschaft

100223_news_wirtschaft_140x140Reichlich vorhanden, relativ geringe CO2-Werte: Erdgas ist „in“. Derzeit entsteht eine riesige Infrastruktur rund um den See-Transport des Gases.

Dass Erdgas relativ billig ist, grosse Vorkommen in der Erde lagern und die CO2-Belastung im Vergleich zu anderen fossilen Energieträgern wie Kohle oder Erdöl niedrig ausfällt, ist nicht neu. Relativ jung ist allerdings eine Industrie, die sich rund um den Aufbau neuer Transportwege des Energieträgers entwickelt hat. Denn Erdgas wird nicht mehr nur über Pipelines transportiert, sondern immer öfter auch auf dem Seeweg. Möglich macht das ein Verfahren, mit dem der Rohstoff von einem gasförmigen in einen flüssigen Zustand gebracht wird. Liquified Natural Gas (LNG) wird das Produkt bezeichnet.

Und das Geschäft mit LNG boomt, vor allem in Asien. Japan und Südkorea decken nahezu ihren gesamten Gasbedarf durch LNG. China und Indien werden, so schätzen Beobachter, ihre Importe stark forcieren. Russland, Australien, Malaysia, Indonesien und Katar sind bereits im LNG-Geschäft investiert oder wollen es demnächst sein. Angesichts der hohen Nachfrage nach flüssigem Gas hat der Bau von LNG-Anlagen und -Transportschiffen Hochkonjunktur. Über 320 LNG-Tanker sind bereits weltweit registriert, und der Wettkampf um die Ressourcen ist in vollem Gange.

Dazu passt die Lancierung des weltgrössten Erdgastankers. 345 Meter lang und 35 Meter hoch ist die „Mozah“, benannt nach der Gattin des Emir von Katar, vor dessen Küste eines der grössten Erdgasfelder der Welt liegt. 266’000 Kubikmeter flüssiges Gas, heruntergekühlt auf minus 162 Grad Celsius, passen in den Tanker. Damit könnte man die Stadt Zürich knapp vier Jahre lang versorgen. Das gewaltige LNG-Potenzial verdeutlicht eine Zahl aber noch viel stärker: Beim Herunterkühlen auf minus 162 Grad Celsius schrumpft das flüssige Erdgas auf 0,002 Prozent des Volumens im gasförmigen Zustand. Deshalb steht zu erwarten, dass „Mozah“ nicht der letzte XXL-Erdgastanker bleiben wird. (jr)

 

2 Kommentare

  1. Da braut sich etwas zusammen …….. auf der einen Seite die Unfallgefahr, die Dinger werden meist in Fernost möglichst billig zusammengeschweisst, es muss schliesslich billig sein. Dazu die kleinen Leckagen, unvermeidbaren Leckagen, die Erdgas (und damit Methan) als Verlust in die Luft lassen…. dieses Treibhausgas sei 50mal wirksamer als CO2.

    Es kann doch nicht darum gehen, Erdgas (ein Rohstoff für die chemische Industrie) möglichst schnell zu verheizen!

  2. Schon eine eigensrtige Sichtweise!
    Auf der einen Seite schwärmt Alder von technisch hochentwickelter Atomtechnologie im asiatischen Raum und auf der anderen Seite unterstellt er den gleichen Ländern ihre Industrie würde billige Supertanker zusammenschweissen die auch noch Lecks aufweisen.

    Alder`s Ideologisierung wird immer grotesker und nimmt immer mehr sektiererische Formen an.

    Technisches Geschwätz und technischer Verstand sind zwei verschiedene Schuhe, Schweissingenieure im Kernkraftwerksbau oder im Tankerbau tragen die gleichen Handschuhe.

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