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Der lange Weg zum «neuen» Biosprit

18. Februar 2010 - News, Technologien

100218_news_technologien_140x140Bio­kraft­stoffe sind umstrit­ten, denn ihre Pro­duk­tion hat zu höhe­ren Nah­rungs­mit­tel­prei­sen und zur Abhol­zung von Regen­wald geführt. Die Lösung sind Bio­treib­stoffe der zwei­ten Generation.

Anstelle von Ben­zin oder Die­sel Bio­sprit aus Mais oder Rüben tan­ken –was ökolo­gisch klingt, ist jedoch höchst umstrit­ten. Der Ein­satz von Lebens­mit­teln als Bio­treib­stoff ver­teu­ert die Nah­rungs­mit­tel­preise. Kri­tisch betrach­ten muss man auch die Ökobi­lanz der Bio­treib­stoffe, denn die CO2-Bilanz von der Pro­duk­tion bis zur Nut­zung ist teil­weise sogar schlech­ter als jener der fos­si­len Treib­stoffe Die­sel oder Ben­zin. Ein wei­te­res Pro­blem: Um grös­sere Anbau­flä­chen für Raps, Mais oder Palmöl zu erhal­ten, wurde bei­spiels­weise in Bra­si­lien oder Indien viel Regen­wald abgeholzt.

Die EU will den Anteil an Bio­treib­stof­fen bis 2020 von rund 2 Pro­zent auf 10 Pro­zent erhö­hen. Dafür setzt sie auch auf Bio­sprit der zwei­ten Gene­ra­tion. Der «Bio­sprit 2.0» soll ohne Ener­gie­pflan­zen wie Mais oder Raps, son­dern durch die Ver­rot­tung von Rest­höl­zern, Stroh und sons­ti­gen Abfäl­len gewon­nen wer­den. Durch die Ver­rot­tung ent­steht natür­li­ches Bio­gas, wel­ches durch Auf­be­rei­tung und Ver­dich­tung zu Bio­me­than umge­wan­delt wird. For­scher schät­zen laut einer Stu­die der Inter­na­tio­na­len Ener­gie­agen­tur IEA, dass mit zehn Pro­zent der jähr­li­chen Abfälle aus der Land– und Forst­wirt­schaft die Ener­gie­menge von 125 Mil­li­ar­den Liter Die­sel her­ge­stellt wer­den kann. Dies ent­spricht rund 4 Pro­zent des Kraft­stoff­ver­brauchs im Trans­port­sek­tor, was immer­hin einer Ver­dop­pe­lung des aktu­el­len Bio­treib­stoff­an­teils gleich­kom­men würde.

Laut Exper­ten ver­langt die Ent­wick­lung des neuen Bio­sprits aber noch viel For­schung und Ent­wick­lung sowie grosse Inves­ti­tio­nen – vor allem in den Schwel­len­län­dern Bra­si­lien, Indien und China. Die IEA weist in ihrer Stu­die aber dar­auf hin, dass in eini­gen Län­dern Abfälle aus Land– und Forst­wirt­schaft bereits als Dün­ger oder zum Hei­zen ver­wen­det wer­den. Hier müsse eine Abwä­gung statt­fin­den, ob ein Aus­bau der Biokraftstoff-Produktion über­haupt sinn­voll sei. (scc)

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7 Kommentare


  1. Markus Alder schrieb:

    Neue Kern­kraft­werke, wie sie in Japan, China, Indien und bald auch Bra­si­lien in gros­ser Zahl gebaut wer­den, brin­gen grös­sere Ener­gie­ein­spa­run­gen. Wenn Kohle, Öl und Gas nicht mehr in Kraft­wer­ken ver­brannt wer­den müs­sen, bleibt mehr für den Stras­sen– und Luft­ver­kehr übrig. Zudem haben viele Län­der noch einen Nach­hol­be­darf bei der Elek­tri­fi­zie­rung des Schie­nen­net­zes. Sogar in Frank­reich gibt es noch Die­sel– Stre­cken; die Trans­si­bi­ri­sche Eisen­bahn ist erst seit 2003 durch­ge­hend elek­tri­fi­ziert. Bra­si­lien, Argen­ti­nien, Russ­land, die USA, China usw. haben noch tau­sende von Schie­nen­ki­lo­me­tern zu elek­tri­fi­zie­ren. Erst wenn das erle­digt ist, soll man über Bio­die­sel nachdenken!

  2. Anders rum schrieb:

    Dar­über nach­den­ken hat noch kei­nem gescha­det!
    z.B. über Jatro­pha cur­cas (invest in cur­cas oil)

  3. Franziska Bolliger-Schärer schrieb:

    Nach­den­ken lohnt sich,aber bitte in allen Richtungen.

    https://www.regenwald.org/protestaktion.php?id=598&taf=1

    PETITION
    zuhan­den der Eid­ge­nös­si­schen Räte und des Bun­des­rats
    KEINE AGROTREIBSTOFFE DIE ZU HUNGER UND UMWELTZERSTÖRUNG FÜHREN

    Ökolo­gi­sche und soziale Zulas­sungs­kri­te­rien für Agro­treib­stoffe auf Bun­des­ebene
    Agro­treib­stoffe sind kein geeig­ne­ter Ersatz für Ben­zin und Die­sel, wenn ihre Gewin­nung direkt oder indi­rekt zur Ver­trei­bung von Bau­ern­fa­mi­lien, zum Abbren­nen der tro­pi­schen Wäl­der und zur Ver­teue­rung und Ver­knap­pung von Nah­rungs­mit­teln führt. Die der­zeit in der Schweiz gül­ti­gen Kri­te­rien zur Steu­er­be­frei­ung von Agro­treib­stof­fen kön­nen diese nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen nicht verhindern.

    Die Ein­füh­rung von Zulas­sungs­kri­te­rien, wel­che sozial und ökolo­gisch pro­ble­ma­ti­sche Agro­treib­stoffe gene­rell aus­schlies­sen. In die Kri­te­rien müs­sen dabei ins­be­son­dere die Ernäh­rungs­si­che­rung in den Her­kunfts­län­dern sowie indi­rekte Ver­drän­gungs­ef­fekte ein­be­zo­gen wer­den.
    Bevor die Zulas­sungs­kri­te­rien auf Bun­des­ebene in Kraft sind, dür­fen Agrotreibstoff-Projekte in der Schweiz keine Betriebs­be­wil­li­gung erhal­ten. Denn die geplan­ten Pro­jekte in Bad Zurzach und Delé­mont, die aus mosam­bi­ka­ni­scher Jatro­pha bzw. bra­si­lia­ni­schem Zucker­rohr Treib­stoffe für den Schwei­zer Markt pro­du­zie­ren wol­len, gefähr­den die Umwelt und die Ernäh­rungs­si­cher­heit der armen Bevöl­ke­rung in den betrof­fe­nen Län­dern.
    Treib­stoffe aus Bio­gas und aus Abfäl­len sol­len wei­ter­hin zuge­las­sen sein.

  4. Markus Alder schrieb:

    Bio– Treib­stoffe, wel­che die mensch­li­che Ernäh­rung kon­kur­ren­zie­ren und / oder zur Abhol­zung von Regen­wäl­dern oder ande­ren Natur­zer­stö­run­gen füh­ren, sind grund­sätz­lich abzu­leh­nen.
    Ebenso ist der über­mäs­sige Fleisch­kon­sum frag­wür­dig, nicht nur für die eigene Gesund­heit, son­dern auch für unse­ren Pla­ne­ten!
    Sogar Reis ist ökolo­gisch umstrit­ten, erzeu­gen die Reis­fel­der doch viel Methan, da der Boden unter Was­ser steht.

    Weit sinn­vol­ler ist der mas­sive Aus­bau der Kern­en­er­gie, wie das momen­tan in vie­len Län­dern ange­packt wird.
    In China, Japan und Russ­land exis­tie­ren bereits gigan­ti­sche Schmie­de­werke zur Gross­kom­po­nen­ten– Her­stel­lung für Reak­tor­druck­ge­fässe, Dampf­er­zeu­ger, Druck­hal­ter, Tur­bi­nen­wel­len usw.
    In Gross­bri­tan­nien, Frank­reich, Indien, Süd­ko­rea usw. wer­den neue gebaut.

    Mit Kugel­hau­fen– Reak­to­ren, wie sie der­zeit in China und Süd­afrika wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den, kann Kohle zur Treib­stoff­ge­win­nung ver­flüs­sigt werden.

  5. Geil rum schrieb:

    Ein­fach in die Real­wirt­schaft, Bil­dung und For­schung inves­tie­ren und end­lich wie­der Wirt­schafts­wachs­tum erzielen!

    Spe­ku­la­tion und Alter­na­tiv­en­er­gie abstellen!

  6. Anders rum schrieb:

    Lie­ber “Geil rum“
    Warum hast dir jetzt schon wie­der einen neuen Namen zuge­legt?
    Bist wohl sel­ber zum Schluss gekom­men, dass dein letz­tes Pseud­onym zu Schrott gefah­ren hast? (end ot)

    Aber wich­ti­ger als ein neuer Name wäre wirt­schaft­li­che Zusam­men­hänge zu ver­ste­hen! Alter­na­tiv­en­er­gien gehö­ren zu einem Markt mit zur Zeit phä­no­men­a­ma­len Wachs­tums­aus­sich­ten Welt­weit. Auch ist es ein Wirt­schafts­seg­ment wo zur Zeit sehr stark geforscht wird. Hr Löscher von Sie­mens macht fol­gende Aus­sage: “Die grü­nen Märkte wach­sen welt­weit am schnells­ten und wer­den sich in zehn Jah­ren auf 3000 Mil­li­ar­den Euro verdoppeln.”

    http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/wirtschaft/2372529/globales-rennen-um-gruene-maerkte.story

    Fazit: tota­ler Fehl­start unter neuem Pseudonym!

  7. Anders rum schrieb:

    @ No 6

    –phä­no­me­na­len– sollte es heis­sen
    ver­schenke ein “ma”


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