«Nord Stream»: wie umweltverträglich ist die Pipeline?
Dank der Ostseepipeline soll bald russisches Gas nach Westen fliessen. Von Naturschützern wird die 1200 Kilometer lange Leitung auf dem Meeresgrund stark kritisiert. Doch die letzte Bewilligung liegt bereits vor.
Mit der Pipeline «Nord Stream» auf dem Grund der Ostsee wird Erdgas ohne Umwege über Länder wie Weissrussland oder Ukraine nach Westeuropa gelangen. Damit werden die Durchleitungsstreitigkeiten – wie zuletzt zwischen Russland und der Ukraine – der Vergangenheit angehören. Wegen des Gasstreits von 2008 litt die EU unter Knappheit. Vom Bau der Pipeline versprechen sich die Befürworter mehr Versorgungssicherheit.
Anders sehen es freilich die Gegner. Die Abhängigkeit von Russland nehme noch stärker zu – zumal die Russen die Pipeline auch als Druckmittel einsetzen könnten. Das Nord-Stream-Projekt wird aber auch wegen Umweltbedenken kritisiert. Aufzuhalten wird der Bau der Pipeline wohl nicht mehr sein, denn als letzte Anrainer haben nun auch die Finnen ihr Einverständnis zum Bauprojekt gegeben.
Die Bedenken der Umweltschützer sind jedoch nicht vom Tisch. Sie befürchten, dass beim Verlegen der Röhre der Meeresgrund regelrecht umgepflügt würde. Die Trasse einer Pipeline sei zu vergleichen mit einer Hochgeschwindigkeitsbahnlinie, die möglichst geradeaus und ohne grosse Höhenunterschiede verlaufen muss. Gerade vor Finnlands Küste weist der Meeresgrund aber viele Senkungen auf, welche mit riesigen Dämmen aufgeschüttet werden müssten. Kritiker befürchten, dass das Aufwühlen des Meeresgrundes Phosphate und Stickstoff freisetzt, welche der stark überdüngten Ostsee weiteren Schaden zufügen wird.
Zu Kompensationsmassnahmen kann die Bauherrschaft nicht gezwungen werden, denn die Pipeline verläuft grösstenteils in internationalen Gewässern. Dort gilt das internationale Seerecht, das der Umweltproblematik wenig Platz einräumt. «Nord Stream» hat sich – da die Pipeline auch durch Schutzgebiete führt – freiwillig zu Ausgleichszahlungen verpflichtet. Diese betragen aber lediglich 3,6 Millionen Euro – laut den Umweltschützern viel zu wenig.
Im Vergleich mit den Baukosten von 7,6 Milliarden Euro zeigt sich, dass die Bauherrschaft die Ausgleichszahlung problemlos verschmerzen kann. Bauherr ist ein Konsortium, an dem unter anderem die russische Gasprom, die deutsche E.on. und die holländische Gasunie beteiligt sind. Der Hauptsitz des Projekts liegt in der Schweiz – im Rohstoffhandelszentrum Zug. (scc)



4. März 2010 um 21:07
Energiesparen ist gut. Keine Pipelinen, Atomkraftwerke und Autos.
Werft allen Plastik in den Abfallkübel, das gibt STrom in der verbrennung!
7. März 2010 um 23:53
Wenn man aus dem Müll den “grünsozial” schreibt Strom erzeugen könnte, hätten wir mit sicherheit einen Stromüberschuss. (bis zum Überdruss)
10. März 2010 um 09:32
PET- Flaschen in den Mülleimer!
Das gibt guten Strom und viel Fernwärme in der Müllverbrennung!
9. April 2010 um 23:48
Ist doch gut, wenn der Müll in der Kehrichtverbrennung landet, statt im Wald und auf der Wiese. Blöd ist nur die Kehrichtsack- Steuerr. Besser mehr Steuern für die Abzocker!
10. April 2010 um 18:03
Wir brauchen alle Energien. Wo immer möglich, müssen fossile Brennstoffe durch Kernenergie ersetzt werden!
12. April 2010 um 20:25
Sparsame Autos und neue KKW schützen das Klima effizient und wirksam ohne Nebenwirkungen!