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Hybridbusse: Schweiz im Test-Fieber

5. März 2010 | News | Technologien

100305_news_technologie_140x1402007 war Lenzburg Pionier beim Einsatz von Hybridbussen. Seitdem entdecken mehr und mehr auch Schweizer Grossstädte die Technologie für sich.

Am 26. Juni 2007 wurde in der Kleinstadt Lenzburg im Aargau der erste Hybridbus in Betrieb genommen. Bei Fahrzeugen mit dieser umweltfreundlichen Antriebstechnologie produziert ein Dieselmotor Strom, der in Hochleistungs-Kondensatoren – sogenannten Supercaps – gespeichert wird. Daraus wird ein Elektromotor für den Antrieb bedient.

Dank der Kopplung der beiden Antriebsformen wird der Dieselmotor, ungeachtet der Verkehrssituation, im effizientesten und sparsamsten Drehzahlbereich betrieben. Bis zu 30 Prozent des Dieselverbrauchs lassen sich mittels Hybridmotoren einsparen. Beim Bremsen wird zudem Energie gewonnen und in den Speicher zurückgeführt.

All diese Vorteile haben Lenzburg dazu bewogen, in die Pionierrolle zu schlüpfen. Verkehrsverbünde aus grösseren Schweizer Städten waren und sind noch nicht so weit. Aber die Bereitschaft, Hybridbusse auch in den Ballungszentren einzusetzen, ist zweifellos vorhanden. Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) liebäugelt gar mit dem Kauf einer ganzen Flotte von Hybridbussen. Vorher müssten erste viel versprechende Tests, die im November 2009 bei den Verkehrsbetrieben Zürichsee und Oberland sowie den Verkehrsbetrieben Glattal durchgeführt wurden, noch vertieft werden, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen, so der ZVV.

Die Zurückhaltung hat gute Gründe. Die Beschaffungskosten liegen beim Hybridbus rund 30 Prozent höher als bei einem Fahrzeug mit Dieselmotor. Der Unterhalt ist nochmals rund 15 Prozent teurer als bei einem herkömmlichen Dieselbus. Diese Annahmen beziehen sich notabene auf heute erhältliche Fahrzeuge, die noch als Prototypen einzustufen sind. Politik und Industrie gehen davon aus, dass die Kosten sinken, sobald Hybridbusse serienmässig hergestellt werden. Dies könnte Branchenkennern zufolge bereits 2011 oder 2012 der Fall sein.

Kein Wunder, bereiten sich neben Zürich noch weitere Städte darauf vor, ihre Verkehrsmittel umzurüsten. In Basel müssen 46 Gelenkbusse bis 2013 ersetzt werden; am Rheinknie prüft man deshalb neben Biogas-Bussen auch den Hybridantrieb. St. Gallen und Chur haben Hybridbusse bereits vor langer Zeit getestet. Und in der Innerschweiz drängen Politiker darauf, dass sich die Stadt Luzern mit ihren Verkehrsbetrieben bewerben soll, um mit einer Brennstoffzellen-Hybridbusflotte von Mercedes-Benz Tests durchzuführen. (rrj)

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