Wann kommt der nächste Blackout?
Ein extrem heisser Sommer 2010 könnte zu einem Strom-Blackout in der Schweiz führen.
Am 14. August 2003 gingen in New York die Lichter aus. Der grosse Blackout brachte das grösste Finanzzentrum der Welt zum Stillstand und versetzte 50 Millionen Bürger an der amerikanischen Ostküste in die Dunkelheit der Nacht.
“Rom ohne Strom” lautete die Schlagzeile wenig später, am 28. September 2003. Tatsächlich erlitt ganz Italien von Norden bis Süden einen flächendeckenden Stromausfall, als sich im schweizerischen Höchstspannungsnetz bei einer überlasteten 380kV-Leitung am Lukmanier ein Spannungsüberschlag auf einen Baum ereignete. In der Folge fielen kaskadenartig sämtliche Leitungen nach Italien aus. Dieses Ereignis hatte Folgen: Das Bundesamt für Energie (BFE) und viele mehr untersuchten die Gründe für den Netzzusammenbruch. Nebst anderen gehörten dazu die hohe Belastung des Übertragungsnetzes bereits im Normalbetrieb, sowie die ungenügenden Reserven für die Stabilität des Strom-Verbundnetzes. In der Schweiz und international zog man aus dieser Strompanne denn auch die Lehren.
Bereits drei Jahre später – im November 2006 – sassen trotzdem wieder zehn Millionen Menschen in Frankreich und sechs weiteren Ländern Europas im Dunkeln. Die Schweiz blieb verschont. Doch die Pannenserie ging weiter. Erst vor kurzem, im März 2010, waren 14 Millionen Chilenen von einem riesigen Stromausfall betroffen.
“Der nächste Blackout kommt bestimmt”, – darauf könnte man angesichts dieser Serie von Strompannen fast Wetten abschliessen. Sogar der CEO unserer nationalen Netzgesellschaft Swissgrid, Pierre Alain Graf, warnte im Mai 2010, dass das Schweizer Übertragungsnetz den heutigen Anforderungen keineswegs mehr genüge. Es sei heute schon bis zu 120 Prozent ausgelastet. Falls der Sommer extrem heiss würde, könne dies unter Umständen zu einem Strom-Blackout führen. Für jede Minute Stromausfall schweizweit wäre laut Graf mit Kosten von 3 Millionen Franken zu rechnen. Die nötigen Investitionen für Ausbau und Erneuerung der Netze in der Schweiz beziffert Swissgrid auf 6 Milliarden Franken für die nächsten zehn Jahre. (kzj)
Weiterführende Informationen:


27. Mai 2010 um 23:15
Energiepolitik mit der Blackout- Drohung? Oder einfach ein Gedankenspiel?
Ein Blackout ist nirgends und zu keiner Zeit ganz auszuschliessen, aber es ist doch offensichtlich, dass die Liberalisierung des Elektrizitätsmarktes durch die Verringerung der Investitionen in Kraftwerke und Übertragungsnetze, verstärkter Stromhandel und gestiegene Unsicherheit, die Versorgungssicherheit in weiten Teilen der Welt gefährdet. Dazu kommen politische Hindernisse, die in vielen (europäischen) Ländern den Bau neuer Kernkraftwerke und Hochspannungsleitungen extrem schwierig machen.
Durch Internet und die weitere Elektrifizierung von Wirtschaft und Gesellschaft steigt der Stromverbrauch sogar in Ländern ohne Wirtschaftswachstum.
In der Schweiz ensteht in den nächsten 20 Jahren der Bedarf für 2- 3 neue Kernkraftwerk, während die Politik schläft und die Elektrizitätswirtschaft wohl eifrig plant, aber kraftlos kommuniziert.
Bei allen Alternativenergien, Wirtschaftskrisen, Energiesparideen und dem Geburtenrückgang, den Wegfall von Strombezugsrechten in Frankreich und den drei ältesten Kernkraftwerken kann man nicht einfach so kompensieren. Dazu kommt der -trotz der miesen Wirtschaftslage seit 1990- hartnäckig steigende Verbrauch.
Wie in der Schweiz das Übertragungsnetz für die einheimischen und europäischen Bedürfnisse ausgebaut werden soll, weiss ich gar nicht. Dass aber Bedarf besteht, dürfte unbestritten sein.
28. Mai 2010 um 11:18
Check:
http://www.youtube.com/watch?v=M0oe7k7M4IU
28. Mai 2010 um 16:33
@urs wittwer
Für Atomkraftwerkgegner wäre ein „Ja“ zu neuen Reaktoren in Mühleberg, Beznau und Gösgen ein unverzeilicher Fehlentscheid. Er würde uns, so sagen sie, auf dem Weg in eine neue Energie-Zukunft auf eine unnötige Zusatzschlaufe führen. Der Brennstoff Uran stehe nur noch für eine kurze Zeit zur Verfügung, die langfristige Lagerung des radioaktiven Abfalls sei ungelöst und die Risiken beim Betrieb von AKW seien nicht zu verantworten. Zudem sind Atomkraftwerkgegner davon überzeugt, dass die erneuerbaren Energien zusammen mit einer besseren Energieeffizienz und einem sparsameren Energieverbrauch die schrittweise Ablösung der fossilen Brennstoffe ohne die Nutzung von Atomkraft schaffen können. Atomkraftwerkbefürworter sind in den Augen der Gegner verantwortungslose Lobbyisten der gewinnorientierten Elektrizitätsgesellschaften und der an dieser Technik verdienenden Industrie.
Es gibt jedoch auch Menschen, die sich für den Umweltschutz einsetzen und gerade deshalb für die Nutzung der Kernenergie sind. Menschen, die sich zum Teil intensiv mit der Kernphysik und der Nukleartechnik auseinandersetzen. Menschen, welche sich zudem mit den verschiedensten Möglichkeiten der zukünftigen Energieversorgung befassen. Menschen, welche sich auch für die Förderung der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz einsetzen, jedoch versuchen, objektiv deren Grenzen abzuschätzen.
Die weltweit stattfindende Weiterentwicklung der Nukleartechnologie hat das Potential, uns schrittweise zu einer Nutzung der Kernenergie zu führen, welche zusammen mit den erneuerbaren Energien und einer optimalen Energieeffizienz unsere Energieversorgung langfristig sicherstellt. Brennstoff ist auf der Erde mengenmässig und zeitlich praktisch unbegrenzt vorhanden (Uran-235, Uran-238, Thorium-232, Deuterium und Tritium). Die Risiken werden kleiner und verschwinden schliesslich ganz. Der radioaktive Abfall wird bei wesentlich kürzeren Lagerungszeiten kein grosses Problem mehr sein.
In der Schweizer Politik fehlt eine Partei, die sich für eine umweltfreundliche, soziale Marktwirtschaft einsetzt. Eine Partei, welche sich für den Umweltschutz engagiert, aber keinen ideologisch gefärbten Kampf gegen Atomkraftwerke führt. Eine Partei, welche die freie Marktwirtschaft zwar anstrebt, diese jedoch aufmerksam beobachtet und ihr wo nötig Regeln vorgibt. Eine Partei, welche nicht nur den Wohlstand sondern die umfassende Wohlfahrt von uns allen fördern will.
28. Mai 2010 um 17:38
Recycling, biologische Landwirtschaft und Vegetarismus statt Ideologie!
29. Mai 2010 um 00:27
Mit dieser Politik schon in wenigen Jahren!
Da arbeitet man lange und hart und diese Steuererfinder machen einfach alles kaputt!
30. Mai 2010 um 23:48
Der nächste blackout kommt so sicher wie der nächste Unfall!
Aber was ist schon ein blackout gegen kranke Kinder?
Bilder sagen oft mehr als Worte (ganz nach Benedict Jorns)
http://myvideo.ch/watch/2…er_Reihe_Tschernobyl
31. Mai 2010 um 23:20
Unser Journis haben auch Bilder von missbildeten Insekten und Pflanzen im Umkreis des Kernkraftwerkes Beznau veröffentlicht. Der normale Beobachter findet zwar nichts dergleichen und die Strahlung aus dem Kernkraftwerk, die weniger als 1 % der natürlichen Umgebungsstrahlung ausmacht, kann kaum Ursache sein, sonst wäre z. B. der Kanton Tessin, wo die natürliche Strahlenbelastung um ein Mehrfaches höher ist, total verseucht….
Unsere Medien sollten informieren statt manipulieren……
31. Mai 2010 um 23:58
Meine Antwort darauf steht in Post 43 letzter Abschnitt von
http://energiedialog.ch/2…erbrauch-schrumpfen/
passt anscheinend auch für “Richtig rum”
18. Juni 2010 um 14:21
Stellt doch einmal den Linken und Grünen den Strom ab!
18. Juni 2010 um 23:23
Beim “Richtig rum” kommt bestimmt nie ein Blackout, denn zuerst muss ja mal Licht sein.
20. Juni 2010 um 00:59
Rotgrün kostet viel und schadet langfristig!
26. Juni 2010 um 22:17
Kernenergie ist die Lösung!