CO2 besser vom Erdgas trennen
Der deutsche Chemieriese BASF, der japanische Infrastruktur-Dienstleister JGC und der Öl- und Gas-Erkunder INPEX führen ab August einen gemeinsamen Praxisversuch durch. Ziel ist das Testen einer neuen Technologie zur effektiven Abscheidung und Rückgewinnung des in Erdgas enthaltenen Kohlendioxids (CO2).
Wenn Erdgas an die Oberfläche gefördert wird, enthält es häufig CO2. Unabhängig davon, ob das Erdgas in Pipelines transportiert, in Flüssiggas umgewandelt oder in chemischen Prozessen eingesetzt wird, das CO2 muss zuvor abgeschieden werden. Konventionelle CO2- Abscheidungsverfahren sind allerdings sehr energieaufwändig und verursachen entsprechend hohe Betriebskosten. Daneben beanspruchen die CO2-Waschanlagen einen Grossteil der für den Bau der Förderanlage nötigen Investitionen.
BASF und JGC haben deshalb 2004 damit begonnen, gemeinsam ein neues CO2 -Abscheidungsverfahren zu entwickeln, die Hochdruck-Sauergasabtrenntechnik (High Pressure Acid Gas Capture Technology, kurz HiPACT). Wie Laborergebnisse und eine Reihe von Versuchen zeigen, lässt sich mit der neuen Technologie das im Erdgas enthaltene CO2 wesentlich effizienter abscheiden als mit konventionellen Verfahren. Ausserdem ist die Rückgewinnung von CO2 unter erhöhtem Druck möglich.
Der Einsatz der neuen Technologie kann den Gesamtstromverbrauch einer Anlage verringern und die Investitionskosten bei Neuanlagen deutlich senken. Da das CO2 beim HiPACT-Verfahren deutlich über dem Atmosphärendruck liegt, muss erheblich weniger Energie aufgewendet werden, wenn das CO2 für Hochdruckanwendungen wie zum Beispiel chemische Synthesen oder bei unterirdischer Lagerung (Sequestrierung) verwendet wird.
Anhand der aus den Versuchsergebnissen gewonnen Informationen werden sich JGC und BASF auf die Vermarktung der HiPACT-Technologie in allen relevanten Bereichen konzentrieren. Dies sind zum Beispiel Erdgasprojekte, bei denen CO2 anschliessend wieder in den Boden gepresst wird. Die Versuche der drei Firmen beginnen in diesem Monat in der Erdgasanlage der INPEX im japanischen Nagaoka. (scc)
Weiterführende Informationen:


11. August 2010 um 20:56
Auch diese Innovation kann neue Kernkraftwerke in der Schweiz nicht ersetzen.
Technische Verbesserungen in allen Bereichen ermöglichen Energieeinsparungen, trotzdem steigt der Stromverbrauch weltweit. Besonders gross ist das Wachstum in den Entwicklungsländern, die einen grossen Nachholbedarf haben. Daher nimmt der Bedarf nach neuen Kernkraftwerke weltweit zu.
12. August 2010 um 08:57
Die Implementierung “CO2-neutraler” konventioneller Kraftwerke ist insofern Unsinn, als dass der Beitrag von CO2 zur globalen Erwärmung lächerlich niedrig ist. Um Faktoren größer ist der Beitrag der kosmischen Partikelstrahlung auf die Wolkenbildung. Aber in dem CO2-Sektor geht es um Mrd. an Fördermitteln (zumindest in der BRD)und um den Handel mit CO2-Zertifikaten, nicht um Logik.
Baut in der EU eine Firma ein neues Kraftwerk, dass im Bereich der 10% besten, emissionsärmsten Vergleichskraftwerken liegt, erhält es seine CO2-Zertifikate umsonst. Ersetzt das neue Kraftwerk ein altes, dann erhält die Firma nochmal die durch die Schließung “eingesparten” CO2-Tonnagen als kostenfreie Zertifikate. Diese Zertifikate (derzeit 13 Euro/Tonne an Wert) können an Dritte verkauft werden. Das ist der Grund, warum primär CO2-optimierte Gaskraftwerke gebaut werden und das ist auch der Grund, warum “CO2-Neutralität” (sei es durch Abscheidung und Lagerung von CO2, sei es durch eine künftige parallel arbeitende CO2-Biokraftstoff-Algenanlage neben dem CO2-produzierenden Kraftwerk) die Emissionen angeblich reduziert werden sollen. Das ist die Art idiotisiertem Pseudowachstum, dass die BRD derzeit versucht, ihren Nachbarländern auf’s Auge zudrücken, um Umsatz zu machen. Ich würde jedem Schweizer raten, aus dem Kyoto-Prozess bzw. dem Cancoun-Prozess auszusteigen und nicht am CO2-Zertifikatehandel teilzunehmen.
12. August 2010 um 20:25
Die Welt braucht Kernenergie, Raumfahrt, Biotechnologien und andere Basis- Innovationen, um produktiver und stärker zu werden!
28. August 2010 um 15:29
Der beste Umweltschutz ist nicht die CO2- Abscheidung vom Erdgas oder die CO2- Versenkung irgendwo, sondern der Atomstrom, der Gas, öl und andere fossile Brennstoff erfolgreich ersetzen kann!
Ich setze mich daher mit Ueberzeugung und Nachdruck für die CO2- freie Stromerzeugung mit erneuerbarer und zertifizierter Kernenergie ein!