Wien baut auf Fernkälte
Der Energieversorger Wien Energie setzt auf alternative Raumkühlung und will bis 2020 die installierte Fernkälteleistung in der Donaustadt verzehnfachen.
Immer mehr Menschen wollen oder können auf eine klimatisierte Umgebung nicht verzichten – sei es im Büro, in Verkehrsmitteln, beim Einkauf oder in den eigenen vier Wänden. Allerdings basiert die konventionelle Klimatisierung auf dem Einsatz von elektrischer Energie. Eine Alternative bietet die Fernkälte, die in Ballungsräumen eine umweltfreundliche und energieeffiziente Option zu herkömmlichen Anlagen darstellt. In Österreich wird der Ausbau vor allem in Wien und in Linz vorangetrieben. Wien will bis 2020 die installierte Leistung gar verzehnfachen.
Der Startschuss für Fernkälte in Wien fiel im Jahr 2006. Inzwischen werden Im Stadtgebiet «TownTown» sämtliche Gebäude durch eine eigene Kältezentrale gekühlt. Versorgt werden mittlerweile auch zwei Krankenhäuser und auch der neu errichtete Hauptbahnhof wird ans Fernkältenetz angeschlossen werden. Bisher hat Wien rund 30 Millionen Euro in den Ausbau von Fernkältezentralen investiert. In den nächsten fünf Jahren sollen weitere 50 Millionen Euro folgen.
Fernkälte ist für die Kunden zwar nicht billiger als kühle Luft aus herkömmlichen Klimaanlagen, jedoch deutlich umweltfreundlicher. Es gibt zwei Varianten für die Versorgung: Entweder wird direkt beim Abnehmer eine Fernkältezentrale errichtet, oder eine Fernkältezentrale liefert die Kälte über spezielle Leitungen zum Kunden.
Ein Beispiel: Für die Klimatisierung eines Wiener Krankenhauses werden in der Fernkältezentrale weniger fossile Ressourcen verbraucht und CO2-Emissionen verursacht, als wenn vor Ort mit modernen Kompressionskältemaschinen gekühlt würde. Die Einsparung gegenüber herkömmlichen Klimaanlagen liegt bei zwei Dritteln.
Während in den USA und Japan schon über 80 Prozent der Gebäude klimatisiert sind, sind es in Europa erst rund 50 Prozent aller Büroflächen. Das wird sich allerdings ändern. Einer Studie der EU-Kommission zufolge wird die Zahl der Raumklimageräte bis ins Jahr 2020 rasant steigen. Dann werden über 33 Millionen Geräte für kühle Luft sorgen und bald einmal wird der Kühlenergiebedarf so hoch sein wie der Energiebedarf fürs Heizen. (scc)


20. August 2010 um 00:07
… damit wird das Geheimnis, wie denn diese Fernkälte erzeugt wird, immer noch nicht gelüftet …..
WEnn die für Klimaanlagen benötigte elektrische Energie aus Wasser und Kernkraftwerken stammt, wir die Umwelt sehr kostengünstig geschont; fossile Brennstoffe werden eingespart. Lieber dezentrale Klimaanlagen, als eine Fernkältezentrale mit langen Leitungen, die anfällig sind und Verluste aufweisen!
28. August 2010 um 20:48
Grüne Politik ist unlogisch und teuer. Es ist die 68er- Politik, die Deutschland verarmt
29. August 2010 um 21:46
Eigentlich ist diese Idee ein alter Hut. Schon vor Jahrzehnten wurde Eis von der Hürlimann- Brauerei an Gewerbebetriebe und Haushalte zur Kühlung von Lebensmitteln usw. geliefert.
Wenn sich Deutsche und Österreicher nur mehr gegen die kranke Energiepolitik in ihren Ländern wehren würden, statt einfach zu uns zu flüchten!
Mit gutem Willen lassen sich Kernkraftwerke bauen und Berge versetzen!