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Energie-Musterdorf im Osten Deutschlands

23. August 2010 | News | Ausland

Ein kleiner Ort macht sich Energieautark: Strom und Wärme werden mit Solarkraft erzeugt – und mit Gülle.

Bollewick, ein kleiner Ort 120 Kilometer nördlich von Berlin ist dabei, Geschichte zu schreiben: “In einem Jahr können wir uns selbst mit Strom und Wärme versorgen”, sagt Bürgermeister Bertold Meyer. Bis vor kurzem wurden in dem 660-Einwohner-Dorf 250‘000 Kilowattstunden Strom vor allem aus Kohle- und Atomenergie sowie 266‘000 Liter Öl für das Heizen verbraucht. Diese Zeiten sind Vergangenheit. Soeben wurde im Beisein der deutschen Agrarministerin Ilse Aigner der Grundstein für eine 2 Mio. Euro teure Biogasanlage gelegt. Rund 560‘000 Euro hat das Dorf bereits in zwei größere Solaranlagen, Gutachten und die Planung für das Bioenergiedorf investiert. In Planung ist zudem der Aufbau eines 700‘000 Euro teuren Nahwärmenetzes.

Bollewick zeigt, dass Ökostrom und Energie aus landwirtschaftlichen Rohstoffen an Bedeutung gewinnen. Biogas-und Biomasse-Anlagen sind als einzige Kraftwerke neben  Kernkraft und fossil-thermischen Kraftwerken grundlastfähig, das heisst, sie können anders als Wind oder Sonne kontinuierlich und planbar Energie. In Biogasanlagen wird durch vergärbare Biomasse, wie Holzreste, Gülle und Pflanzenabfall Gas erzeugt. Dieses wiederum wird in einem Blockheizkraftwerk in Strom umgewandelt,  die Abwärme kann zum Heizen genutzt werden.

Nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus sind allein im norddeutschen Bundesland bereits 250 Biogasanlagen und 16 Biomasse-Heizkraftwerke am Netz. Damit wurden 240‘000 Tonnen Gas und Öl gespart und der Ausstoß von 650‘000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) vermieden. Der Osten Deutschlands ist – auch dank grosszügiger Förderung – ein Vorreiter auf diesem Feld. (scc)

 

3 Kommentare

  1. Drei Fragen müssen bei Energie aus Biomasse gestellt werden:

    1. Wie hoch sind die Kosten?

    2. Wird die Nahrungsmittelproduktion konkurrenziert?

    3. Wie hoch ist der Aufwand an sog. grauer Energie, zB
    für Düngung und Ernte?

    Die Nutzung von Abfallstoffen zur Erzeugung von Biogas ist in den meisten Fällen sinnvoll.
    “…Ausgaben für Gutachten und Planung für das Bioenergiedorf….” Sind dagegen gefährlich, Vorsicht Subventionsabzockerei!

  2. Kompostieren statt studieren?
    So richtige Träumer!

  3. Das stinkt nach hohen Kosten und wenig Nutzen!
    Wir Schweizer sind aber auch nicht klüger, ich denke an die (Erdbeben-) Bohrung im Baselbiet!

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