. .

China dreht alten Fabriken den Strom ab

25. August 2010 | News | Ausland

Das Reich der Mitte hat 2009 die USA als größten Energieverbraucher der Welt überholt. Doch Peking will gegensteuern und mehr als 2000 veraltete Industrieanlagen stilllegen.

Auf der einen Seite steht ein unvergleichliches Wachstum, auf der anderen enorme Umweltbelastungen: China ist weltweit das Land mit den höchsten Treibhausgasemissionen. Deshalb greift die Regierung in Peking jetzt hart durch – und zwar ‘auf Chinesisch’: Bereits eine Woche nach der Drohung, mehr als 2000 Fabriken stillzulegen, setzen die Behörden ihre Ankündigung teilweise um.

Das Ministerium für Wirtschaft und Informationstechnologie habe angeordnet, 500 besonders klimaschädlichen Fabriken in der Provinz Anhui für einen Monat den Strom abzustellen, berichtet die Tageszeitung «China Daily». Bisher hatte China den Stromverbrauch lediglich in den Hochsommermonaten beschränkt. Diese Massnahme konnte den Energiebedarf aber nicht genügend mindern. Die Stilllegungen sollen nun dazu beitragen, dass die Provinzen ihre Energieverbrauchsziele bis Ende des Jahres einhalten können.

Die Schliessungs-Aktion macht die dramatischen Umweltfolgen des wirtschaftlichen Aufstiegs der Volksrepublik deutlich. Die Luft- und Wasserqualität in den Städten ist teils erbärmlich, immer wieder machen Umweltskandale Schlagzeilen: Erst Ende Juli war die Millionenstadt Jilin nach einem Chemieunfall zeitweise ohne Trinkwasserversorgung, und die Hafenstadt Dalian kämpft derzeit mit den Folgen einer gewaltigen Ölpest.

Pekings Initiative in Sachen Energieeffizienz hat nicht nur ökologische Gründe. Angesichts des enormen Wirtschaftswachstums ist die Regierung zunehmend besorgt über die wachsende Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten aus politisch instabilen Regionen. China ist inzwischen der weltgrößte Stahlproduzent und strebt auch in anderen Bereichen eine Führungsposition an.

Die Ankündigung der Fabrikschliessungen passt zu einer Reihe von weiteren Massnahmen, mit denen Peking den Energieverbrauch senken will. Bereits im Mai waren der Preis von Erdgas um 25 Prozent erhöht und gleichzeitig zahlreiche Begünstigungen für energieintensive Betriebe rigoros zusammengestrichen worden. (scc)

 

15 Kommentare

  1. Die Schliessung veralteter Betriebe spart insgesamt Energie und schont die Umwelt.
    Neue Betriebe sind viel umweltfreundlicher, sicherer und effizienter, brauchen aber mehr Strom, da sie mehr automatisiert sind. Daher wächst bei uns der Stromverbrauch auch ohne Wirtschaftswachstum.

    China ist unterdessen die grösste Industrienation der Welt und wächst rasch weiter. Wirtschaftswachstum braucht Strom und dieser wird sinnvollerweise mit Kernkraftwerken erzeugt. Wenn die Chinesen (bald einmal) pro Kopf so viel Strom konsumieren wie wir Schweizer, braucht China mehr Strom als heute die ganze Welt. Entsprechend viele (Kern-) kraftwerke müssen errichtet werden.
    Kein Problem, das gibt Arbeitsplätze.

  2. In China wurden im zweiten Quartal(!) dieses Jahres 11,5 Milliarden Dollar in neue Öko-Energie-Anlagen investiert, großenteils in die Windkraft.
    Der Weltmarktanteil Chinas bei Solarzellen wächst rasant. Peking steckt mehr Geld in erneuerbare Energien als EU und USA zusammen.
    http://fr-online.de/wirts…4523470/-/index.html

    China baut also sinnvollerweise nicht nur auf Kernenergie!
    Was die Chinesen müssen, wissen die selber sehr viel besser als es ein paar westliche Fanatiker glauben machen wollen.

  3. Komisch, dass man davon in der Fachpresse so wenig liest.
    Hat wohl damit zu tun, dass nun windrädli und so zeugs genauso aus China kommt, wie Sexartikel, obwohl die Chinesen weder auf Alternativenergien noch auf Sexorrgien stehen.
    Aber sie haben einfach sehr viele Fabriken, die ausgelastet werden müssen.
    Und der dekadente Westen kauft den Schund aus Japan und China!
    So geht das Abendland unter!!!!!

  4. “BEZNAU 3 BITTE” der beste Indikator für den Untergang des Abendlandes!

  5. Die Verlagerung unserer Industrie in den Osten zerstört die Grundlage unseres Wohlstandes.
    Leider!

    Weg mit der neoliberalen Ideologie, hin zu Investitionen in die Realwirtschaft!

    http://www.bueso.de

  6. Es gibt nur eine richtige Antwort auf neoliberale Ideen :

    Ein wuchtiges NEIN!!!!!!!!!!!!!!

    Ohne Einschränkungen und ohne jede Gnade!

    Chinas Genossen verwandelten ihr geplündertes und veramtes Riesenland von 1949 bis 2009 in die grösste Industrienation der Welt.
    Ihnen gebührt unsere uneingeschränkte und grosse Bewunderung.
    Mir müssen von ihnen lernen.

    Es geht aber nicht an, dass unsere Arbeitsplätze mit Billigware aus Japan, China und Taiwan zerstört wird.
    Freihandel ist süsses Gift, wir brauchen eine volksorientierte Handelspolitik zur Schaffung und Sicherung schweizerischer Arbeitsplätze, für Fortschritt und Wohlstand!
    Gesunder Menschverstand und massvoller Sozialismus muss das Handeln der politischen Elite bestimmen. Die Ideologie der Gauner und Abzocker gehört verboten!

    Chinas Genossen müssen nun solidarisch den Wohlstand in der ganzen Welt fördern, statt auf die japanische Tour unseren Wohlstand mit Billigware ruinieren.
    Die Schweiz hat bald 200 000 Arbeitslose, Europa 50 Millionen, die US- Bürger verlieren Arbeit, Unterkunft und Nahrung.

    Wir brauchen den globalen Kurswechsel und der muss in Peking eingeleitet werden!

    Hochverehrte Genossen, wir warten, aber nicht mehr geduldig!

  7. Menschen, welche die Todesstrafe kennen und Tiere quälen, halten sich nicht an unsere Normen. Daher ist diesen Asiaten nicht zu trauen.
    Die nordischen Völker müssen dem Giganten China geschlossen gegenüber treten und mit einer Stimme sprechen. Die Chinesen haben die Verbrechen der Kolonialzeit nicht vergessen; jetzt, wo sie stark sind, kennen sie immer weniger Gnade.
    Ihre Regierung ist weise, unsere sind kurzsichtig bis dumm!

  8. Machen wir Rotchina grünliberal!
    Mit Windturbinen und Kehrichtverbrennungen die AKW ersetzen. Naturstrom statt AKW.

  9. Jaja, diese Grünliberalen. Werfen PET- Flaschen und Elektrogeräte in die Öfen, weil sie glauben, sie könnten mit Kehrichtverbrennungsanlagen die Kernkraftwerke ersetzen…
    Eine eher aussichtslose Idee verdrehter Studierstuben- Ideologen…

  10. @ Kostenbremse

    Ich empfehle der Kostenbremse sich einen Kaninchenstall anzuschaffen und dann einfach für ein “Chüngeli” zu sorgen!
    Vielleicht bringt ihn das wieder auf den Boden der Realität zurück von seinen Ausschweifungen die ganze Welt zu reorganisieren.
    Dem Chüngeli könnte er wie ein grosser Führer und Denker seine Visionen und Pläne vortragen und es würde ihm geduldig und schweigsam zuhören, stundenlang.

  11. Tatsächlich bringt es wenig, unsere Arbeitsplätze nach Asien zu verlagern und unsere rotgrünen Chüngeli mit Sozialarbeiterjobs und Beamtenposten zu versorgen!

  12. Die ChinesInnen lehren uns das Fürchten, weil sie die Erneuerbaren Energien am konsequentesten umsetzen:

    - Sie sind längst Weltleader bei der solarthermischen Energieerzeugung (Sonnenkollektoren)

    - Sie bauen die meisten neuen Windanlagen (2009 rund ein Viertel aller neuen Kapazitäten von 38 Gigawatt)

    - Sie planen bereits auch mehrere 100 MW an neuen Photovoltaikanlagen – die Produktion an Modulen ist längst Weltmarktführer

    - Da nehmen sich ein paar AKW doch recht bescheiden aus – bei einer 200mal so grossen Bevölkerung wie hierzulande wird es auch in ferner Zukunft nur ca. 5mal so viele AKW geben – mit entsprechend bescheidenem Beitrag zur Stromversorgung

    - China wird schon bald der wichtigste Produzent erneuerbarer Energien weltweit sein.

  13. Schweizer, erspart Euch diesen Irrweg mit der Windkraft und den riesigen Subventionen in aussichtslose Al.ternativenergien

  14. (Fast) wie die drei Affen – nichts sehen, nichts hören – dafür aber einen Haufen Nonsens wider besseres Wissen sprechen und schreiben. Trotz des rasanten Vordringens der Alternativenergien gelten sie für die Vernünftige Energiepolitik als Irrweg. Wer hier irrt, ist schon längst offensichtlich – der wirkliche Irrweg ist die gefährliche, teure, giftige und menschenfeindliche Atomenergie!

  15. Die Schweiz mit der Direkten Demokratie hat gute Chancen, den Irrweg mit den genau so nutzlosen wie teuren Alternativenergien zu umgehen.
    Deutschland und Frankreich nehmen die Konsumenten als Geiseln für den Wahnsinn.

Schreiben Sie einen Kommentar

Wir freuen uns auf einen offenen Dialog, behalten uns aber das Recht vor, Beiträge im Sinne unserer Regeln zu kürzen oder gegebenenfalls zu löschen. Mehr dazu in unserer Netiquette.
* erforderliche Felder

*