Revolutionieren Lithium-Ionen-Batterien die Stromversorgung?
Strom aus Wind und Sonne soll künftig in grossen Mengen gespeichert werden. Neue Batterien können so die Stromversorgung revolutionieren.
Kleine Lithium-Ionen-Batterien werden heute schon in Notebooks und Mobiltelefonen weltweit eingesetzt. Auch die Elektromobilität soll mit Hilfe dieser Technologie in naher Zukunft zum Erfolg geführt werden. Und bereits zeichnet sich für die Lithium-Ionen-Technologie ein neuer, riesiger Markt ab: Wind- und Solarenergie sollen mit Batterien in grossen Mengen gespeichert werden. Wind und Sonne haben den Nachteil, dass die daraus erzeugte Energie nicht ständig und konstant zur Verfügung steht. Um Engpässe und Überproduktion zu vermeiden, braucht es neue Speichertechnologien. Nur so können die Erzeugung und der Verbrauch von Strom entkoppelt und Netzschwankungen stabilisiert werden.
Die Firma Evonik Industries entwickelt derzeit mit Partnern wie BASF, Bosch und Volkswagen die grösste Lithium-Ionen-Batterie der Welt. Dabei werden Keramik-Materialien und hochmolekulare Ionenleiter kombiniert. In einem ersten Schritt entsteht ein Stromspeicher mit einer Leistung von einem Megawatt (MW) und einer Speicherkapazität von etwa 700 kWh. Das ist rund 50 Mal mehr als bei einer Batterie für Elektroautos. Würde man diesen Speicher viertelstündlich be- und entladen, so könnten damit theoretisch 4000 Haushalte versorgt werden. Eine Erweiterung auf 10 MW ist geplant.
Prof. Dr. Martin Winter von der Uni Münster gibt der Lithium-Ionen-Batterie beste Chancen, sich im Wettbewerb um Speichertechnologien durchzusetzen: “Ich kenne keine Speichertechnologie, die signifikante Strommengen speichert, welche einen höheren Wirkungsgrad hat.” Sein Argument: “Wenn man in eine Batterie 100 Prozent Strom hineingibt, kommen bis zu 95 Prozent wieder raus. Wenn man dagegen aus Strom Wasserstoff macht und in einer Brennstoffzelle umsetzt, bekommt man unterm Strich 25 Prozent raus.” (kzj)
Weiterführende Informationen:


26. August 2010 um 19:45
Bei Captain Future gibt es die Atombatterie. Die versorgt Professor Simon.
Auch bei den Kosmos- Satelliten gab es Atombatterien. Warum nicht auf der Erde für alle Menschen?
27. August 2010 um 04:22
Die Pressemeldung der Fa. Evonik scheint positiv zu bewerten zu sein, jedoch ist dergleichen Ankündigung bereits vor mehr als einem Jahr erfolgt. Ich sehe bisher keine brauchbare und vor allem vermarktungsfähige Entwicklung. Wäre der Autor der hiesigen Pressemeldung in der Lage, die wirklich interessante Kostenseite des Produktes zu beleuchten? Was kostet denn tatsächlich eine derartige Großbatterie? Und wie schnell kann sie geladen und entladen werden? Wie hoch ist der Ladeverlust beim Speichern und während des bereithaltens des Stroms. Leider werden diese wirklich wichtigen Fragen nicht mitgeteilt.
28. August 2010 um 15:25
Elektroheizungen sparen ohne teure Batterien seit Jahrzehnten Energie!
6. September 2010 um 21:18
Elektroheizungen bewahren die Schöpfung!
CVP statt SVP
7. September 2010 um 19:54
Leider denken nicht alle Cevaupisten so vernünftig…. aber vielleicht setzt sich die Vernunft durch!