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Versorgt einst Wüstenstrom die USA?

30. August 2010 | News | Ausland

Die amerikanischen Wüsten wären gross genug, um die grösste Volkswirtschaft der Welt mit Solarstrom zu versorgen.

Europa plant mit dem Desertec-Projekt ein gigantisches Kraftwerknetz in der Sahara, das dereinst 15 Prozent des europäischen Strombedarfs liefern soll. Sogar den gesamten Energiebedarf mit Wüstenstrom decken könnten die USA. Die Internationale Energieagentur IEA hält in einer neuen Studie fest, dass allein die Wüsten im Südwesten der USA gross genug sind, um die gesamte Nation mit Strom aus Solarkraftwerken zu versorgen. Wichtig dazu ist laut IEA aber der poltische Wille, dafür auch finanziellen Mittel bereitzustellen.

Erfahrungen mit Wüstenstrom haben die USA seit 20 Jahren. Ein Meilenstein in Sachen Solarwärmekraftwerk ist die 2007 ans Netz gegangene Anlage “Solar One” in der Nähe von Boulder City. Sie erstreckt sich über eine riesige Fläche von 1,4 Quadratkilometern, entsprechend rund 212 Fussballfeldern, und hat eine Leistung von 64 Megawatt. Experten erhoffen sich von der Anlage eine Initialzündung für solarthermische Kraftwerke im Südwesten der USA. Ehrgeizige Ziele setzt sich jedenfalls der Bundesstaat Nevada: Bis ins Jahr 2015 will dieser 20 Prozent des Strombedarfs mit Solarstrom decken.

Ähnlich wie beim Desertec-Projekt wird auch bei “Solar One” das Sonnenlicht über Spiegel gebündelt und auf sogenannte Receiver geführt, worin eine Flüssigkeit fliesst, die durch die Sonneneinstrahlung erwärmt wird. Das erhitzte Thermoöl überträgt die Wärme an einen Wasserkreislauf, in dem dank der Hitze Dampf entsteht, der eine Turbine antreibt.

In den USA waren Solarkraftwerke lange Zeit beinahe in Vergessenheit geraten, weil staatliche Fördermittel abgeschafft worden waren. Angesichts niedriger Ölpreise war die Notwendigkeit für Sonnenenergie zwischenzeitlich nicht mehr gegeben. Mit der Ökostrom-Offensive von US-Präsident Barack Obama hat sich dies nun geändert: Bis ins Jahr 2025 soll Ökostrom ein Viertel des gesamten amerikanischen Stromverbrauchs ausmachen. Zahlreiche amerikanische Bundesstaaten bauen deshalb ihre Kapazitäten bei den erneuerbaren Energien aus. Kalifornien beispielsweise will in den nächsten sechs Jahren drei Milliarden Dollar in Solarstromprojekte investieren. (scc)

 

4 Kommentare

  1. Es ist sinnvoll, den erneuerbaren Energien eine finanzielle Starthilfe zu geben. Beim sich ohnehin in Zukunft stark erhöhenden Energiepreis und bei den zu erwartenden technischen Fortschritten werden sich vermutlich nicht alle, aber wenigstens einige erneuerbare Energien langfristig durchsetzen. Wir müssen jedoch vermehrt lernen, objektive Abschätzungen der realisierbaren maximal zu erwartenden Beiträge an die Energieversorgung vorzunehmen. Eine zu optimistische Sicht kann sich später kontraproduktiv auswirken. Leider bringen heute alle nicht fossilen Energiequellen inkl. Kernenergie zusammen weniger als 20% an die Gesamtenergieproduktion, Tendenz sogar sinkend.

    Hier einige Tipps, welche wir bei der Abschätzung von Energiequellen beachten sollten:

    Nicht die theoretisch mögliche Maximalproduktion einer erneuerbaren Energieform sondern der zu erbringende Aufwand setzt Wachstumsgrenzen. Es bringt uns z.B. nicht weiter, auszurechnen wie viel Solarenergie eine bestimmte Fläche der Sahara hergibt, wenn nicht gleichzeitig Abschätzungen gemacht werden, welche Unterhalts- und Instandhaltungsleistungen insgesamt zu erbringen wären. Auf der Weltkarte sehen solche Gebiete stets überblickbar aus. Würden wir jedoch irgendwo in der Sahara stehen und uns überlegen, welchen winzigen prozentualen Anteil der auf der Karte bezeichneten Fläche wir überblicken, würde uns bewusst, wie riesig und unvorstellbar anspruchsvoll die Realisierung eines solchen Projektes wäre.

    Die Leistung von Energiequellen zu nennen, bringt nichts. Nur die jährliche Energie- oder Stromproduktion hat Aussagekraft. Die Bedeutung der Windkraft und der Solarenergie wird von gewissen Leuten durch den Vergleich der Leistungen bewusst zu gross dargestellt.

    Wie viele Haushalte eine Energiequelle versorgen kann, ist keine brauchbare Mengenangabe. Nur ein kleiner Bruchteil unseres Energiebedarfs läuft über das „Konto“ Haushalt (z.B. in der Schweiz 22%). Wir sollten immer sagen, wie viele Personen von einer Quelle versorgt werden können. Es ist üblich, bei dieser Angabe die gesamte pro Person (zumindest im Inland) aufgewendete Energie zu rechnen.

    Wir sollten uns bemühen, immer auch gleich den prozentualen Anteil an die Gesamtenergieversorgung anzugeben. Die Grenze zwischen der Energieversorgung mit und ohne Strom wird sich in den kommenden Jahrzehnten stark verschieben. Wärmepumpen, Elektroautos usw. werden uns schrittweise von den fossilen Brennstoffen wegbringen. Weltweit werden heute erst 17% der Energieversorgung über Strom abgewickelt.

  2. Obama soll endlich ernsthaft den Bau neuer Kernkraftwerke beschleunigen. Es sind mindestens 120 neue Reaktoren nötig. Solarutopiensind gefährlich und teuer.

  3. Lieber Artikelautor SCC. Ein schneller Blick in Google führt zu einem wesentlichen Lieferanten von Solar One, nämlich der deutschen Firma Schott unter http://schott.com/csp/ger…ces/references2.html. Dort wird die jährliche Produktion an Strom auf 129 Mio. KWh geschätzt, mit der 15.000 US-Haushalte versorgt werden sollen. Das wäre ein Verbrauch pro Haushalt von 8600 KWh. Leider glaube ich das nicht,2,68 Bürger leben, die jährlich pro Kopf etwa 14.000 KWh benötigen, was pro Haushalt etwa 38.000 KWh/Jahr wären. Die Anlage wird also maximal 3300 Haushalte versorgen können. Grund für die Diskrepanz liegt darin, dass gewisse Journalisten offenbar nicht nachprüfen und falsch berechnete Pressemeldungen Dritter zu übernehmen scheinen. Man berechnet nämlich den Pro-Kopf-Verbrauch insgesamt dadurch, dass aller Stromverbrauch (sowohl der private als auch der industrielle) einbezogen wird. Wie Informierte wissen sollten, verbraucht die Industrie mindestens gleich viel Strom (eher doppelt so viel) wie die Privathaushalte.
    Legen wir also den realen Wert zugrunde (1 x Solar One = 3300 Haushalte bei 1,4 Mio. m2 Flächenverbrauch, benötigt die USA bei einem Jahresverbrauch von 4300 TWh also etwa nur lächerliche 33.300 Solar-One-Fabriken, was 46620 m2 Flächenverbrauch entspräche. Da ganz Nevada etwa 286.000 km2 groß ist, muss die USA nur etwa 16% von Nevada mit Solar-One-Einheiten vollstellen, um den eigenen Strombedarf zu produzieren. An sich also flächenmäßig kein Problem, oder? Falls die Grünen dort nicht aus der Hose springen, weil die arme Wüstenspringmaus im Schatten der Spiegel äsen muss, dürften jedoch die Finanzpolitiker graue Haare bekommen, denn eine einzige Solar-One-Anlage kostet 260 Mio. US-Dollar, ergo würden 33.300 solche Anlagen 8,6 Billionen Dollar verschlingen. Nebenbei, das US-Brutto-sozialprodukt hat 14,1 Bio. US-Doller/Jahr, ergo müssten alle US-Amerikaner “nur” knapp 9 Monate für das Projekt arbeiten (ohne nebenbei zu essen, zu trinken oder sonst was anderes zu tun) und schon wäre das Problem gelöst. Echt realistisch, vor allem, weil Stromspeichertechnologie fehlt und entsprechende Übertragungsmöglichkeiten……

  4. SVP- Finanzpolitik heisst sparen und dem Bürger das geld im Sack liegen lassen.SVP!
    Blocher setzt sich unermüdlich für unschuldige Steuerzahler ein. SVP!
    Wir brauchen billigen Strom aus einheimischen Atomkraftwerken. SVP!
    Keine Schiiessi für 5 Millionen. SVP!
    Keine Verhätschelung von Randgruppen, Asylanten, Kinderschändern und Halunken. SVP

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