. .

Erstes iranisches AKW vor der Inbetriebnahme

2. September 2010 | News | Ausland

Nun hat auch der Iran ein Kernkraftwerk – dank Hilfe von deutschen Ingenieuren und von Russland. Für Teheran ist die Einweihung des Reaktors ein politisches Signal.

Mitten im Streit mit der internationalen Gemeinschaft um das Atomprogramm hat Iran sein erstes Kernkraftwerk eingeweiht. Mit dem Bau der Anlage in Buschehr am Persischen Golf hatten die Iraner bereits in den Siebzigerjahren, noch unter dem Schah-Regime, begonnen. Damals sorgte die deutsche Kraftwerk Union, die heutige Siemens, fürs Fundament. Fertiggebaut haben den Leichtwasserreaktor schliesslich die Russen. Zuletzt standen über 2000 russische Arbeitskräfte im Einsatz. Das Kraftwerk soll nun im November ans Netz gehen und eine Maximalleistung von 1000 Megawatt erreichen.

Der iranische Atomchef Ali Akbar Salehi sprach bei der Einweihungsfeier von einem “historischen Tag”, und dass sich Russland dank der gelieferten Technologie in die Geschichtsbücher des Irans eingetragen habe. Russland hat auch die Brennstäbe geliefert und wird sich ebenfalls um deren Entsorgung kümmern. Die russischen Lieferanten schlossen einen möglichen Missbrauch der Brennstäbe zur Waffenproduktion wegen der Kontrollen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA aus: “Alle Experten wissen, dass ein Missbrauch nicht möglich ist”, versichert Sergej Kirijenko, Leiter des russischen Atomkonzerns Rosatom.

Allgemein in die Kritik geraten ist der Iran, weil er trotz Sanktionen durch die internationale Gemeinschaft an einem eigenen Programm zur Anreicherung des Kernbrennstoffs Uran festhält. Insbesondere die USA vermuten dahinter die Absicht zum Bau von Atomwaffen. Bei der Kraftwerkseinweihung betonte der iranische Atomminister Salehi, das “friedliche Atomprogramm trotz Ablehnung durch den Westen fortzuführen”.

Iran als Atommacht wäre auch nicht im Sinne der Russen, denn dies würde die eigene Position schwächen. Beobachter glauben sogar, dass Russland die Fertigstellung des Kraftwerksprojekts mit Absicht verzögerte, um von Iran Zugeständnisse im Streit mit dessen Atomprogramm zu erreichen. Russland hatte den Bauvertrag über die Summe von einer Milliarde Dollar bereits 1995 unterzeichnet. Damals gingen die Parteien noch von einer Fertigstellung im Jahr 2007 aus. (scc)

 

9 Kommentare

  1. Super, dass die Mullas nun endlich auch ein AKW haben. Nun ist der Weg zur Atombombe nicht mehr weit.

  2. Fertiger Quatsch. Mit dem Uran bzw. dem Plutonium, welches in den abgebrannten Brennelementen des KKWs vorhanden ist kann keine Bombe hergestellt werden, da die Brennelemente nach Lagerung im Becken nach Russland zurückgehen. Sich an solchen Brennelementen zu schaffen machen wäre ein ziemlich selbstmörderisches Unterfangen.

  3. Der Reaktivitätsunfall in Tokaimura wurde mit hochangereichertem Uran verursacht. Wozu Japan solches benötigt, ist rätselhaft. Für die Stromerzeugung sicher nicht! Für Forschungsreaktoren? Für den Pannenbrüter Monju sicher nicht!

    Vielleicht für die Antwort auf Hiroschima und Nagasaki?

    Wahrscheinlich sind unsere Journis zu blöd, um 1 + 1 zusammenzuzählen.

    Wie wäre die Atom-Abstimmung von 2003 herausgekommen, wenn unsere Medien Tokaimura geschickt thematisiert hätten?

  4. Kernkraftwerke im Islam und bei den Heiden sind riskant.
    Wer weiss, welche Ideen bei diesen Menschen kursieren, weil ihnen der Glaube fehlt.

  5. Wahrscheinlich herrschen auch bei dehnen so ähnlich abstruse Ideen wie bei unserem CVP-Katoliken! So nach dem Motto: “Ich vertrete die Wahrheit”.

  6. CVP-Katholiken schenke ein “h” nach

  7. Was Soll das?

    Kernenergie bewährt sich weltweit und ist sehr gut!

  8. Ja, vor allem die Abfallentsorgung. Wie im deutschen Asse, wo jetzt 125’000 Fässer Atommüll in zehn Jahren (dann stürzt das Tiefenlager ein) rausgebuddelt werden müssen. Kostet mindestens schlappe 4 Milliarden Euro – zu zahlen von den SteuerzahlerInnen. Richtig rum liegt einfach falsch!

  9. Baut Kernkraftwerke und rezykliert die abgebrannten Brennelemente!

    Japan hat kein Endlagerproblem, trotz schwieriger Geologie (Erdbeben)!

    Also, was soll das?

    Wir werden doch nur von den Genossen Politikern verarscht!

Schreiben Sie einen Kommentar

Wir freuen uns auf einen offenen Dialog, behalten uns aber das Recht vor, Beiträge im Sinne unserer Regeln zu kürzen oder gegebenenfalls zu löschen. Mehr dazu in unserer Netiquette.
* erforderliche Felder

*