Schweizer Windkraft am Limit
Auf dem Mont Croisin im Berner Jura produzieren neuerdings 16 statt acht Windturbinen Strom. Die Leistung des grössten Schweizer Windkraftwerks hat sich sogar vervierfacht. Die Anlage zeigt aber auch die Grenzen der Windkraft auf.
Auf den exponierten Hügelzügen des Mont Croisin wandeln neuerdings 16 riesige Propeller Windenergie in Strom um. Nach neun Jahren für Planung und Bau und Investitionen von 52 Millionen Franken ging der vergrösserte Windpark Anfang September ans Netz. Die Anlage soll in Zukunft jährlich 40 Gigawattstunden (GWh) Strom produzieren. Das entspricht in etwa dem Jahresbedarf von 13’000 Haushalten.
Eine Herausforderung war die Logistik: Die Turbinen mussten auf dem Wasserweg via Rhein nach Basel und schliesslich über enge Strassen auf die Berner Jurahöhen transportiert werden. Ebenso mussten 8000 Tonnen Beton für die Fundamente und der weltweit grösste Teleskop-Mobilkran auf den Mont Croisin geschafft werden.
Der Windpark auf dem Mont Croisin zeigt aber auch die grundsätzlichen Probleme der Windenergie in der Schweiz auf: Damit die riesigen Propeller überhaupt Energie produzieren, braucht es eine minimale Windstärke von zwölf Stundenkilometern, was aber nur rund jeden zweiten Tag der Fall ist. Die Hälfte der Zeit stehen die Windräder auf dem Mont Croisin also still. Für eine Totalauslastung wäre sogar eine Windstärke von 50 Stundenkilometern notwendig.
Das zweite Problem ist der Platz. Die Standorte mit regelmässigen und genügend starken Winden sind in der Schweiz äusserst rar – oder es kommt der Landschaftsschutz ins Spiel, was den Bau von Windkraftwerken meist verunmöglicht. So auch im Berner Jura. Eigentlich hätten die Ingenieure den Windpark lieber auf dem höheren, etwas nördlich gelegenen Chasseral gebaut, denn dort hätten die Turbinen erheblich mehr Strom produzieren können. Da der Chasseral aber in einem Naturschutzgebiet liegt, wurde die Idee bereits vor Jahren begraben. Auch auf dem Mont Croisin können nicht noch mehr Windkraftwerke gebaut werden. Die Standortgemeinden haben in ihren Zonenplänen höchstens 16 Windturbinen erlaubt. (scc)



8. September 2010 um 08:39
Letztes Jahr haben die beiden Windkraftanlagen bei Martigny ca. 10 Mio kWh elektr. Energie geliefert. Dies ist nur möglich, weil oft gut nutzbare lokale Winde durchs Wallis strömen. Auch auf den Jurahöhen ist eine effiziente Windkraftnutzung möglich. Insgesamt dürfen wir das Potential, in der Schweiz neben der Wasserkraft andere erneuerbare Energien wirtschaftlich nutzen zu können, nicht überschätzen.
Nicht die theoretisch mögliche Maximalproduktion einer erneuerbaren Energieform sondern der zu erbringende Aufwand setzt Wachstumsgrenzen. Es bringt uns z.B. nicht weiter, auszurechnen wie viel Solarenergie eine bestimmte Fläche der Sahara hergibt, wenn nicht gleichzeitig Abschätzungen gemacht werden, welche Unterhalts- und Instandhaltungsleistungen insgesamt zu erbringen wären.
Die Leistung von Energiequellen zu nennen, bringt nichts. Nur die jährliche Energie- oder Stromproduktion hat Aussagekraft. Die Bedeutung der Windkraft und der Solarenergie wird von gewissen Leuten durch den Vergleich der Leistungen bewusst zu gross dargestellt.
Wie viele Haushalte eine Energiequelle versorgen kann, ist keine brauchbare Mengenangabe. Nur ein kleiner Bruchteil unseres Energiebedarfs läuft über das „Konto“ Haushalt (z.B. in der Schweiz 22%). Wir sollten immer sagen, wie viele Personen von einer Quelle versorgt werden können. Es ist üblich, bei dieser Angabe die gesamte pro Person (zumindest im Inland) aufgewendete Energie zu rechnen.
Wir sollten uns bemühen, immer auch gleich den prozentualen Anteil an die Gesamtenergieversorgung anzugeben. Die Grenze zwischen der Energieversorgung mit und ohne Strom wird sich in den kommenden Jahrzehnten stark verschieben. Wärmepumpen, Elektroautos usw. werden uns schrittweise von den fossilen Brennstoffen wegbringen. Weltweit werden heute erst 17% der Energieversorgung über Strom abgewickelt.
Um das Potential der erneuerbaren Energie abschätzen zu können, sind die Erfahrungen in Deutschland und in Österreich nützlich.
Unser nördlicher Nachbar zeigt uns, was in einem windreichen Land mit Windenergie möglich ist und dass selbst hier Grenzen gesetzt sind. Ende 2009 stehen in Deutschland 21’164 Windkraftanlagen mit einer installierten Leistung von 25’777 Megawatt. Damit deckt die Windenergie 7,58% des Stromverbrauchs und somit 1.6% des Gesamtenergieverbrauchs in Deutschland. Der Zubau erreichte sein Maximum 2002 und ist seither deutlich rückläufig. Immerhin bringt die Windkraft das 7-fache im Vergleich zur Fotovoltaik. Diese deckte 2009 nur 1.06% des Strombedarfs ab, das sind 0.2% des Gesamtenergiebedarfs. Die Lebensdauer von Fotovoltaikzellen beträgt 25 Jahre (Leistung geht zwischen 20 und 30 Jahren kontinuierlich verloren). Gewisse Anlageteile müssen schon vorher ersetzt werden. Auch bei Windkraftanlagen ist der Unterhalt sehr aufwändig und kostspielig. Insgesamt erreichen folglich die Windkraft und die Photovoltaik zusammen nur 1.8% des Gesamtenergiebedarfs. Langfristig ist etwa eine Verfünffachung denkbar. All diese Stromerzeuger werden nur in Betrieb genommen, weil eine hohe Einspeisevergütung gewährt wird. Diese erhöht den Gesamtstrompreis in beiden hier dargestellten Nachbarländern leider massiv.
„No atom!“ leben die Österreicher sehr konsequent. Doch wer genau hinschaut erkennt, dass sie auch nur mit Wasser kochen. Das fertig erstellte KKW Zwentendorf haben die Österreicher gar nie in Betrieb genommen. Gleichzeitig fördern sie die Nutzung erneuerbarer Energie. Stolze 23% ihrer Gesamtenergieproduktion wird jetzt so gewonnen. Wir Schweizer sind zwar mit 17% auch nicht schlecht, wenn man etwa mit den 9% von Deutschland vergleicht. Zwentendorf wurde durch das die Umwelt belastende Kohlekraftwerk Dürnrohr ersetzt und im Gegensatz zur Schweiz erzeugen die Österreicher über 30% des Stroms mit fossilen Brennstoffen. Gleichzeitig gelingt ihnen die Eigenversorgung mit elektrischer Energie zunehmend schlechter. Da der Import vorwiegend aus Deutschland (rund 13’000 GWh) und Tschechien (rund 6’000 GWh) erfolgt, ist es vorwiegend ein fossil-atomarer Strommix. Ungefähr 20% des in Österreich konsumierten Stroms kommt laut Schätzungen mittlerweile aus AKW, Tendenz steigend. Beim Gesamtenergieverbrauch konnten sie in den letzten 20 Jahren den Anteil erneuerbarer Energie nur noch um ein Prozent erhöhen.
Der Anteil der nicht fossilen Energieproduktion nimmt weltweit sogar noch ab. Lag er vor etwa 10 Jahren noch bei ca. 20 Prozent, nähern wir uns heute schon mageren 15 Prozent und es wird für die kommenden Jahrzehnte ein weiterer Rückgang auf 10 Prozent vorausgesagt. Das ist schlecht. Wie lange die fossilen Brennstoffe in den nachgefragten Mengen geliefert werden können, wird unterschiedlich beurteilt. Wir sind uns gewohnt, dass die geschätzten Reserven immer wieder nach oben angepasst werden. Doch es ist möglich, dass der Zenith der Fördermenge schon in wenigen Jahrzehnten klar überschritten wird. Langfristig muss neben der Stromproduktion unsere gesamte Energieversorgung ohne fossile Brennstoffe abgedeckt werden. Der Weg dorthin ist noch sehr weit und die Umstellung kann nicht in wenigen Jahrzehnten erreicht werden. Welche Konsequenzen eine sich abzeichnende weltweite Energieknappheit für die Weltwirtschaft und den Weltfrieden bringen könnte, wissen wir nicht.
8. September 2010 um 21:45
So sieht die Alternative zu Windenergie- Subventionen aus:
http://www.bhavini.nic.in
9. September 2010 um 22:59
Oder so:
http://in.reuters.com/art…India-41367320090728
10. September 2010 um 20:53
Keine Subventionen für Gratisheroin, Alternativenergien und linke Schmarotzer!
SVP in allen Lebensbereichen!
10. September 2010 um 20:55
Japan, China und Indien zeigen, dass Atomkraft für übervölkerte Länder die ideale Lösung für sämtliche Energieprobleme ist!