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Baustopp für Mega-Kraftwerk

28. Februar 2011 | News | Ausland

Das Belo-Monte-Wasserkraftwerk in Brasilien soll weltweit das drittgrösste seiner Art werden. Doch die Justiz hat die Bauarbeiten vorerst unterbunden.

Mit 11’200 Megawatt Leistung soll das Belo-Monte-Wasserkraftwerk dereinst in grossem Stil zur brasilianischen Energieversorgung beitragen. Damit wäre es nach dem Drei-Schluchten-Staudamm in China und dem Itaipú-Staudamm im brasilianisch-paraguyanischen Grenzland das drittgrösste Kraftwerk der Welt. Doch vorerst muss die energiehungrige und rasant wachsende Wirtschaft Brasiliens auf die zusätzliche Energie verzichten: Ein Bundesrichter hat wegen Verstössen gegen Sozial- und Umweltauflagen den sofortigen Baustopp verfügt.

Für eine erhebliche Zahl Beteiligter ist dieser Gerichtsentscheid zumindest ein Teilerfolg. Sie kämpfen seit Planungsbeginn gegen das Vorhaben an. Die Gegnerschaft formiert sich einerseits aus zahlreichen Ureinwohnern, deren Siedlungen für den Stausee weichen müssten. Andererseits engagieren sich diverse NGOs und auch die katholische Kirche, um den Plänen der Regierung einen Riegel zu schieben.

Mit dem Beschluss des Gerichts ging auch der Finanzierungsstopp durch die staatliche Entwicklungsbank BNDES einher. Damit wurde dem verfügten Baustopp durch das Bundesgericht ein gewisser Nachdruck verliehen. (db)

 

8 Kommentare

  1. Die Nutzung der Wasserkraft ist nicht immer nachhaltig und ökologisch. Hier ganz sicher nicht. Mitten in das artenreiche Amazonasgebiet ein solches Monsterprojekt zu stellen wäre wahrhaft verantwortungslos. Lange Trockenzeiten würden auch den wirtschaftlichen Sinn dieses Projektes in Frage stellen.
    Der Amazonas ist ein hoch sensibles Ökosystem, in dem ein schwerwiegender Eingriff unabsehbare Folgen haben würde. Brasilien hat einen unschätzbaren Reichtum an Sonne und Wind, den es nun zu nutzen gilt. Es ist besser, den verbleibenden Rest des Amazonas in Ruhe zu lassen, statt irreversible Schäden in einem Ökosystem anzurichten, das wir noch nicht einmal ansatzweise verstehen.
    Der gewaltlose Widerstand von Bischof Erwin Kräutler und seinen MitstreiterInnen hat nun dazu geführt, dass die Verantwortlichen ihr Vorhaben einer gründlichen Überprüfung unterziehen müssen. Das ist gut so.

  2. Die Brasilianer konnten ein umweltgefährdendes Wasskerkraft- Projekt bremsen. Wann bremsen wir Europäer den Wahnsinn mit der Verspargelung ganzer Landschaften und den Solarzellen auf fruchtbarem Ackerland?
    Subventionshahn zudrehen und neue Kernkraftwerke bauen, statt Öko- Unsinn auf kosten von Konsumenten und Steuerzahlern zu subventionieren!

  3. Ein Beispiel bitte, wo Solarzellen auf fruchtbarem Ackerland stehen!? PV-Anlagen werden in den allermeisten Fällen auf so genannten Konversionsflächen installiert, also beispielsweise auf dem Gelände alter Militärübungsplätze, die für die landwirtschaftliche Produktion ungeeignet sind.

    Zudem nehmen solche Flächen keinerlei Schaden, regenerieren sich vielmehr im Laufe der Zeit und können später wieder (also nach Ende der Nutzung durch Solarmodule) bestens für landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden. Das Gleiche gilt sinngemäss für Windräder – aber wohl gemerkt nicht für AKW-Flächen. Diese Gebiete sind, wenn auch vergleichsweise kleiner, für hunderte von Jahren für rein gar nichst mehr zu gebrauchen (der Rückbau eines AKW dauert mehrere Jahrzehnte).

  4. Über 90% der Deutschen Photovoltaikanlagen sind nicht auf Freiflächen montiert: erneuerbare-energien.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/pv_monitoring_letztbericht_guennewig.pdf
    (Ausserdem werden Photovoltaik-Anlagen auf Deutschen Ackerflächen bereits seit letztem Jahr nicht mehr gefördert.)

    Über 2300 km^2 der Deutschen Dächer eignen sich für Solaranlagen: http://www.solarserver.de/news/news-7381.html
    Bei lediglich 14% PV-Modul-Wirkungsgrad entspricht das einer Leistung von 322’000 MW oder knapp 30mal mehr Leistung als was das erwähnte und seit Jahrzehnten umstrittene Brasilianische Wasserkraftwerk leisten würde.

    Ein 11’200 MW Wasserkraftwerk kann zwar gegen 10 neue AKWs konkurrieren aber in keiner Weise mit einem Bruchteil der gewaltigen Energiemenge konkurrieren, welche täglich auf die Brasilianischen Dächer strahlt.

    Abgesehen davon weist Brasilien ein Windenergie-Potential von 145’000 MW auf: bit.ly/7mr1Vd

    Und selbstverständlich verbrauchen Uranminen wesentlich mehr Fläche als Windfarmen. Ausserdem können Uranminen natürlich nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden und schattenspendende Windturbinen werden von Milchkühen sogar geschätzt.

  5. …und schaffen durch die Verwirbelung ein besseres Mikroklima (d.h. weniger Bodenfrost) und vermindern die Winderosion.
    Grosse waldlose Flächen sind in gemässigten Breiten ein unnatürlicher, vom Menschen geschaffener Zustand. Windparks können zwar Hecken und Baumreihen aus ökologischer Sicht nicht ersetzen, sie sind aber für die Landwirschaft sicher auch kein Nachteil.

  6. Gerade vorhin wurde in den DRS Radionachrichten berichtet, dass der Amazonas durch den Klimawandel von zunehmenden Dürren in immer kürzeren Abständen bedroht ist. Das wäre wohl auch nicht gerade ein vielversprechendes Szenario für die Möchtegern-Kraftwerksbetreiber. Vielleicht schützen die Aktivisten nicht nur die Umwelt und den Lebensraum der Urvölker, sondern auch die Wirtschaft vor einer Investitionsruine.
    (Genau wie bei uns, wenn wir den Bau neuer AKW verhindern.)

  7. Besser Stahl für schöne Autos als für sinnlose Windräder!
    Stoppt den grün-linken Stumpfsinn.

  8. Stumpfsinn ist, einen Mega-Staudamm in eine austrocknendes Feuchtgegiet zu bauen. Vielleicht haben das die Bauherren selber gemerkt und das Gericht um die Gutheissung der Klage gebeten, um der Blamage zu entgehen…
    Wer weiss, was da hinter den Kulissen gelaufen ist…

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