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Erneuerbare Energien neu vor Atomenergie

20. Dezember 2011 | News, Wissen | Ausland | Technologien

Fast ein Fünftel des in Deutschland verbrauchten Stroms ist in diesem Jahr mit Hilfe erneuerbarer Energien erzeugt worden. Damit seien die Erneuerbaren erstmals an Atomenergie und auch an Steinkohle vorbeigezogen.

Sie seien mittlerweile zum zweitwichtigsten Energieträger bei der Deckung des Strombedarfs aufgestiegen, teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Berlin auf Grundlage erster Schätzungen mit. 

Der Anteil der erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne stieg demnach auf 19,9 Prozent – nur die Braunkohle habe mit 24,6 Prozent noch einen grösseren Anteil. Erfolgreichste erneuerbare Energiequelle war laut BDEW auch 2011 der Wind: Sein Anteil im Strommix stieg demnach von 6,0 Prozent 2010 auf 7,6 Prozent. Es folgten Biomasse mit einem Anteil von 5,2 Prozent in diesem Jahr, die Fotovoltaik mit 3,2 Prozent und Wasserkraft mit 3,1 Prozent.

BDEW-Präsidentin Hildegard Müller erklärte, mit diesem “erfreulichen” Zuwachs wachse auch die Verantwortung der erneuerbaren Energien für das Funktionieren im Gesamtsystem. Hinzu kämen die Herausforderungen beim Ausbau der Stromnetze, der mit der Dynamik der Erneuerbaren “nicht einmal annähernd” Schritt halte. Ausserdem bleibe der Bedarf an konventionellen Reserve-Kapazitäten für Zeiten bestehen, in denen die Erneuerbaren witterungsbedingt keinen Strom lieferten. Die Erneuerbaren seien “noch weit davon entfernt, ausreichend Grundlaststrom bereitzustellen”. (sda/hoto)

 

2 Kommentare

  1. Nicht nur Deutschland erreicht unterdessen einen hohen Anteil an Erneuerbaren Energien. Auch Österreich zeigt, was möglich ist: Eine Broschüre des Lebensministeriums zeigt dessen Erfolgsgeschichte beim Ausbau erneuerbarer Energieträger.

    Die Energiebilanz Österreichs für das Jahr 2010 weist wiederum einen steigenden Anteil erneuerbarer Energieträger auf. “Der Anteil erneuerbarer Energie am Gesamtenergieverbrauch liegt aktuell bereits bei 30,8%
    und ist somit um 5% im Vergleich zu 2009 gestiegen. Das zeigt deutlich: Unser Ziel der Energieautarkie ist nicht Theorie,
    sondern gelebte Praxis. Wir sind auf dem richtigen Weg, dass wir in Österreich langfristig per saldo so viel Energie aus heimischen, erneuerbaren Quellen erzeugen, wie wir selbst verbrauchen. Dafür müssen wir zukünftig noch stärker auf einen effizienten Mix aus Wind-, Sonnen-, Wasserkraft
    und Biomasse setzen”, betont Umweltminister Niki Berlakovich.

    Trotz erhöhten Energieverbrauchs durch die Verbesserung der Wirtschaftslage steigt der Anteil der erneuerbaren Energien. 30,8% des energetischen Endverbrauchs, insgesamt und 65,3% des Stromverbrauchs werden demnach aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt. Die größten Beiträge dazu
    leisteten der traditionell starke Sektor der Holzbrennstoffe, der mit einem Beitrag von 32,4% in Jahr 2010 um 6,1% gestiegen ist, sowie die Wasserkraft mit 39,5%. Durch den Einsatz erneuerbarer Energie konnten somit in Österreich im Jahr 2010 Treibhausgasemissionen im Umfang von
    30,27 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent eingespart werden.

    Der Sektor der erneuerbaren Energien sorgt für neue green jobs: “Die Energieautarkie ist ein Gesamtkonzept: es macht uns unabhängig von fossilen Energieimporten, bringt Versorgungssicherheit, schont Umwelt und Klima und bringt Aufschwung für Wirtschaft und Arbeitmarkt. Allein im Sektor der erneuerbaren Energien wird ein Umsatz von 5,2 Milliarden
    Euro erwirtschaftet, das ist ein Zuwachs von mehr als 5% im Jahr 2009. Die Anzahl der green jobs ist um 2% gewachsen und liegt bei 37.700. Damit ist klar: Ökologie und Ökonomie schließen sich nicht aus, sondern ergänzen einander. Daher setze ich mich für den Ausbau der erneuerbaren Energiesysteme, für mehr Energieeffizienz und Energiesparen ein”, so Berlakovich weiter.

    Das Lebensministerium hat Maßnahmen in Richtung einer nachhaltigen Energieversorgung in den letzten Jahren mit gezielten Förderinitiativen unterstützt – gerade auch im Bereich der erneuerbaren Energien. Berlakovich dazu: “Der Umstieg auf Holzheizungen oder Pelletkaminöfen wurde
    2011 für private Haushalte mit 4 Millionen Euro gefördert, von der rund 8.000 Familien profitieren konnten. Für die Photovoltaikförderung sind insgesamt 45 Millionen Euro zur Verfügung gestanden; diese Maßnahme werden wir auch 2012 fortführen. Neben der Forcierung erneuerbarer
    Energieträger liegt auch in der effizienten Nutzung von Energie großes Potential. Mit der Sanierungsoffensive stehen auch im nächsten Jahr wieder 100 Millionen Euro für die thermische Sanierung von Wohn- und Betriebsgebäuden zur Verfügung, die dazu beitragen den Energieverbrauch zu
    senken.”

  2. Sonne und Wind machen in Deutschland effektiv lediglich gut einen Zehntel aus!

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