Frage von Heinz Vetter: Vor Jahren habe ich einmal gelesen, dass die Herstellkosten von Strom aus AKWs ca. CHF 0.10 betragen. Die Basis für diesen Preis wurde nicht angegeben. (Amortisationszeit, Finanzierungskosten, Entsorgung von radioaktiven Abfällen, Rückbau des Kraftwerkes, etc.). Nun habe ich kürzlich gehört, dass ein AKW erst nach ca. 40-jährigem Betrieb rentabel sein soll. Hier wieder das Selbe, die Basis für diese Angabe wurde nicht erwähnt. Haben Sie fundierte Informationen? Was sind momentan die berechneten Herstellkosten für Strom aus AKWs pro kWh und auf welcher Basis beruhen sie?
Die Kernenergie ist mit Stromgestehungskosten von 4 bis 6 Rappen pro kWh für bestehende Kraftwerke, bzw. mit 7 bis 8 Rappen pro kWh für neue Kraftwerke ausgesprochen preisgünstig und steht diesbezüglich im Vergleich mit anderen Formen der Stromerzeugung sehr gut da. Die stete Verfügbarkeit rund um die Uhr trägt massgeblich zu einer hohen Wirtschaftlichkeit bei.
Die Gestehungskosten beinhalten sämtliche Aufwendungen vom Bau der Kraftwerke über die Uranbeschaffung, die Stromerzeugung und die Kapitalkosten. Und auch der Rückbau der Anlagen nach Betriebsende und die Entsorgung der radioaktiven Abfälle sind darin enthalten (rund 1 Rappen pro kWh).
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Frage von Alexander Strebler: Gestern habe ich in der Presse gelesen, neue Atomkraftwerke seien auch darum in der Kritik, weil sie durch ihre lange Lebensdauer und die hohe Investition im Umfeld eines sich schnell wandelnden Energiemarktes ein Klumpenrisiko darstellten. Was ist Ihr Standpunkt zu diesen Bedenken?
Der Ersatz der ältesten Schweizer Kernkraftwerke durch neue Anlagen bedarf tatsächlich grosser Anstrengungen: Heute geht man davon aus, dass pro Kernkraftwerk mit Investitionen von 7 bis 9 Milliarden Franken zu rechnen ist. Nicht zuletzt deshalb werden die Ersatzkernkraftwerke als Partnerwerke konzipiert und nicht von einem Unternehmen im Alleingang realisiert.
Mit diesen bedeutenden Investitionen wird ein wichtiger Beitrag zur Sicherstellung der künftigen Schweizer Stromversorgung geleistet. Auch künftig wird mit einer weiteren steigenden Stromnachfrage gerechnet. Mit dem Erreichen der Altersgrenze der ersten Schweizer Kernkraftwerke und dem schrittweisen Auslaufen der Strombezugsverträge mit Frankreich werden jedoch ab ca. 2020 grosse Produktionskapazitäten wegfallen. Per Saldo ist eine Stromversorgungslücke absehbar. Als Unternehmen im Besitz der Ostschweizer Kantone ist Axpo zur Gewährleistung einer zuverlässigen und wirtschaftlichen Stromversorgung verpflichtet. Ersatz-Kernkraftwerke sind dabei ein wichtiges Element, sie entsprechen auch der Energiestrategie des Bundesrates.
Die Kernkraftwerke liefern rund 40 Prozent des im Inland produzierten Stroms und sind zusammen mit der Wasserkraft (55 Prozent Anteil) eine unentbehrliche Stütze unserer zuverlässigen, nahezu CO2-freien Stromproduktion. Der Ersatz der ältesten durch neue Kernkraftwerke ist aus Kapazitäts- wie auch aus Klimaschutz-Gründen die vorteilhafteste Lösung. Parallel dazu setzt Axpo auch auf den weiteren Ausbau der Wasserkraft und auf die weitere Förderung der neuen erneuerbaren Energien. In beide Bereiche will der Konzern bis 2030 je rund 3 Milliarden Franken investieren.
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Frage von Ilse Eglin: Es wurde am Fernsehen und Radio viel davon gesprochen, dass die drei getesteten Standorte für ein neues Atomkraftwerk alle “sicher” seien und geeignet. Kein Mensch spricht über die Entsorgung des Atommülls. Dieses Problem ist nicht gelöst und solange das nicht gelöst ist, können doch keine neuen Atomkraftwerke gebaut werden! Warum wird dieses Problem nicht angesprochen sondern immer nur unter den Tisch gewischt?
Mitte November hat das ENSI (Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat) Stellung genommen zu den drei Gesuchen für den Bau von Ersatz-Kernkraftwerken in Beznau, Mühleberg und Gösgen. Dabei ging es um die Beurteilung der vorgeschlagenen Standorte der Ersatz-KKW, die alle als sicher beurteilt wurden. Das ist insofern nicht überraschend, da an all diesen Standorten ja bereits Kernkraftwerke seit Jahrzehnten sicher und zuverlässig betrieben werden. Beurteilte Kriterien waren nebst der Sicherheit auch die Sicherung der Anlagen, die Umweltverträglichkeit, das Stilllegungskonzept sowie die Abfallentsorgung.
Die Frage der Entsorgung der radioaktiven Abfälle wird in einem eigenständigen Prozess geklärt. Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen und vom Bundesrat als gegeben akzeptiert worden. Gegenwärtig läuft nun in einem ausgedehnten politischen Prozess unter Führung des Bundesamtes für Energie die Suche nach einem geeigneten Standort. Diese Thematik wird, wie Sie unschwer feststellen können, weitherum öffentlich diskutiert und keineswegs ‘unter den Tisch gewischt’.
Im Übrigen löst ein Verzicht auf die geplanten Ersatz-KKW die Entsorgungsfrage keineswegs. Aus dem Betrieb der bestehenden Kernkraftwerke, aus medizinischer Nutzung und aus Forschungstätigkeit fällt bereits seit Jahrzehnten radioaktiver Abfall an, und auch dieser muss fachgerecht entsorgt werden.
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Frage von Beat Waldmeier: Könnten Sie mir sagen, wieviele Haushalte man mit einer Gigawattstunde Strom versorgen kann?
Antwort: Bei den Verbrauchswerten der einzelnen Haushalte gibt es – abhängig u.a. von Wohnfläche, Personenzahl und elektrischen Einrichtungen und Geräten – markante Unterschiede. Man muss also bei diesen Berechnungen Durchschnittswerte zu Hilfe nehmen. In der Schweiz ist dabei die Annahme eines durchschnittlichen Jahresverbrauchs von rund 5000 kWh pro Haushalt üblich.
Somit würde eine GWh (= 1 Mio. kWh) reichen, um ca. 200 Haushalte ein Jahr lang mit Strom zu versorgen.
Interessant übrigens, dass der durchschnittliche Stromverbrauch pro Kopf höher liegt als derjenige eines Haushalts, nämlich in der Schweiz bei rund 7800 kWh. Dies deshalb, weil Strom ausser im Haushalt ja auch in Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben, im Verkehr und im öffentlichen Bereich verbraucht wird.
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Frage von Martina Jossen: Wie weit kann der Beitrag der Wasserkraft an der Schweizer Stromversorgung noch gesteigert werden? Wie ist die momentane Situation? Welche Faktoren verhindern einen noch stärkeren Ausbau?
Antwort: Die Wasserkraft ist seit jeher die zentrale Säule der Schweizer Stromproduktion. Heute beträgt ihr Anteil beinahe 60 Prozent.
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