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Warum baut man noch Kraftwerke nach der alten Technik?

29. Oktober 2009 - Fragen, Kernenergie - 1 Kommentar

Frage von Roger Ram­sauer: Ich lese, dass es in Frank­reich einen Ver­such gibt, AKWs zu bauen, die mit Kern­fu­sion statt mit Kern­spal­tung funk­tio­nie­ren. Dabei wären die Nach­teile der heu­ti­gen AKWs prak­tisch weg. Stimmt das? Und wenn ja, warum baut man dann noch AKWs nach der alten Technik?

Ant­wort: Tat­säch­lich läuft die For­schung und Ent­wick­lung im Bereich der Kern­fu­sion auf vol­len Tou­ren. Die Kern­fu­sion ahmt den in der Sonne ablau­fen­den Umwand­lungs­pro­zess nach, indem die Was­ser­stof­f­i­so­tope Deu­te­rium und Tri­tium unter Frei­set­zung gro­ßer Men­gen Ener­gie zu Helium ver­schmol­zen wer­den. Die­ser Pro­zess soll es ermög­li­chen, aus einem Liter Meer­was­ser so viel Ener­gie zu gewin­nen wie aus einem Liter Erdöl. Die Fusi­ons­en­er­gie ist, ebenso wie die erneu­er­ba­ren Ener­gien und die Ener­gie aus der Kern­spal­tung, eine der drei Alter­na­ti­ven zu fos­si­len Brennstoffen.

Mit dem so genann­ten Pro­jekt ITER (lat. “der Weg”) arbei­ten prak­tisch alle grosse Indus­trie­re­gio­nen bzw. Staa­ten – Europa, Japan, USA, Russ­land, China, Süd-Korea und Indien – gemein­sam daran, einen ers­ten Expe­ri­men­tal­re­ak­tor zu bauen. ITER soll zei­gen, dass es phy­si­ka­lisch und tech­nisch mög­lich ist, durch Kern­ver­schmel­zung Ener­gie zu gewin­nen. Der Bau des Reak­tors bei Cadar­a­che in Süd­frank­reich soll 2018 abge­schlos­sen sein.

ITER ist mit sei­nem ver­an­schlag­ten Gesamt­preis von rund 10 Mil­li­ar­den Euro eines der teu­ers­ten wis­sen­schaft­li­chen Expe­ri­mente welt­weit. Bis kon­krete Resul­tate vor­lie­gen, wird es noch viele Jahre dauern.

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Woher stammt das von Axpo verwendete Uran?

25. Mai 2009 - Fragen, Kernenergie - 0 Kommentare

Frage von Phil­ipp Bach­mann: Wie betrach­tet man die Uran-Lieferanten. Woher kommt das Uran? Unter wel­chen Bedin­gun­gen wird es extra­hiert? Gibt es Aus­wir­kun­gen auf die Umwelt und die Bevöl­ke­rung in den Abbaugebieten?

Ant­wort: Bei einem Gross­teil des von Axpo ver­wen­de­ten Mate­ri­als han­delt es sich um rezy­klier­tes Uran aus wie­der­auf­be­rei­te­ten Brenn­ele­men­ten. Axpo legt Wert dar­auf, dass die Lie­fe­ran­ten von Kern­brenn­stof­fen bei der Beschaf­fung und Ver­ar­bei­tung des Brenn­stoffs die gesetz­lich vor­ge­ge­be­nen Sicher­heits– und Umwelt­stan­dards einhalten.

Ein gerin­ger Natururan-Anteil wird in Kasachs­tan abge­baut. Dort wird das Uran mit­tels des „Leaching-Verfahrens“ gewon­nen. Bei die­sem Ver­fah­ren wird Säure in das Gestein gepumpt, Uran abge­schie­den und ver­flüs­sig­tes Gestein wie­der zurück­ge­pumpt. Es fal­len prak­tisch weder Stäube noch so genannte Tailings an.

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Im Internet sind überwiegend Contra Argumente zur Kernenergie zu finden. Was spricht eigentlich dafür?

10. März 2009 - Fragen, Kernenergie - 0 Kommentare

Ant­wort: Für die Kern­en­er­gie spre­chen viele Argu­mente. Die Pro­duk­tion aus Kern­kraft­wer­ken ist — neben Wasser-Laufkraftwerken — jene Ener­gie­pro­duk­tion, die am wenigs­ten CO2 aus­stösst. Kern­kraft­werke pro­du­zie­ren auf klei­nem Raum rie­sige Strom­men­gen. Sie pro­du­zie­ren Tag und Nacht, über das ganze Jahr güns­tige Ban­d­en­er­gie. Sie sind nicht den wech­seln­den Lau­nen der Natur (Wind, Sonne) aus­ge­setzt. Der Brenn­stoff, Uran aus ver­schie­de­nen Quel­len, ist noch für meh­rere hun­dert Jahre erhält­lich und wird aus poli­tisch sta­bi­len Regio­nen bezo­gen. Kern­en­er­gie gilt heute als eine sichere Pro­duk­ti­ons­art, nach­dem welt­weit rund 440 Kern­kraft­werke bereits über 10‘000 Betriebs­jahre Erfah­rung auf­wei­sen und sich ste­tig wei­ter­ent­wi­ckelt haben.

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